GEO-Tag der Artenvielfalt 2018 in Obersülzen – mit NABU Eisenberg/Leininger-Land und Bach und Baum Obersülzen e.V.

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Jedes Jahr ruft das Magazin GEO am zweiten Juniwochenende zur Beteiligung am GEO-Tag der Artenvielfalt auf.

Ziel des GEO-Tages der Artenvielfalt ist eine Bestandsaufnahme unserer unmittelbaren Umwelt: Was wächst und gedeiht in der näheren Umgebung? 

Wenn man sich mit „Google Earth“ Obersülzen von oben anschaut, ist diese Frage zunächst fast nicht zu beantworten. Von Süden drängt`s die Gemüsebauern aus dem „Pfälzer Gartenparadies“ um Mutterstadt usw. auf die fruchtbaren Böden von Obersülzen mit Intensivgemüsekulturen – vor allem mit Spargel, der unter kilometerlangen Folientunneln zu genormten Turbostangen „gedeiht“ – zur Freude der nicht ortsansässigen Spargelerzeuger und der Verpächter Obersülzer Bodens.

Aber es gibt sie noch diese kleinen Streifen unmittelbarer Umwelt, auf denen es noch „kreucht und fleucht“: Neben dem seit zig Jahren von Ulrich Heinze initiierten und bepflanzten „amazonas ulricus“ rund um und entlang der aufgelassenen Wurzelkläranlage gibt es den Streifen renaturierten Landgrabens, der sich inzwischen mit Kleinfauna und -flora beachtlich angereichert hat.

Dort traf sich eine starke Gruppe beider Naturschutzvereine, um im Grasland und im Wasser des Landgrabens Arten zu suchen und zu bestimmen.

Die dafür nötigen Utensilien standen bereit.

Dem Spaziergänger, der sich entlang des Landgrabens bewegt, fällt in der Regel die Vielfalt und auch die Schönheit von Pflanzen und kleinem Getier nicht auf. Ein genaues Schauen schafft zunächst mal einen kleinen Überblick.

Um dann mit geschärften Sinnen die bewunderswerten Details wahrzunehmen.

Bilder: F. Sauer

Vom Gelbfelberich…

Bild: Bastian

… bis zum blühenden Labkraut, an dem eine braune Raupe klebte. Festgestellt wurde dann, dass es sich um die Raupe des Mittleren Weinschwärmers (Deilephila elpenor) handelt.

Erscheint es uns nicht immer wieder wie ein Wunder, diese Metamorphose von einem leckeren Proteinhappen für Vögel zum Weinschwärmer in seiner vollen Pracht und Größe (Flügelspannweite ca. 60 mm).

In dem 100 m langen Wiesenstück fanden sich noch viele Attraktionen.

So wurden allein 5 Arten von Heuschrecken entdeckt: Nachtigallgrashüpfer, Gemeiner Grashüpfer, Schwertschrecke, Rösels Beißschrecke und das sehr eindrucksvolle Grüne Heupferd.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Entdeckung von Faltern und Libellen – allein 20 Arten von Schmetterlingen wurden gesichtet und benannt.

Es blieb der mutigen Jugend überlassen, sich mit Gummistiefeln und Kescher in die Fluten des Landgrabens zu stürzen, um auch hier nach Lebewesen zu suchen, in Becherlupen zu stecken und zu benennen.

Auf 100 m Landgrabenlänge lässt sich das Leben in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt entdecken.

So wurden die Mühen des Suchens und Benennens reichlich belohnt.

 

Konfirmanden erkunden die Natur am Landgraben von Obersülzen

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Im Rahmen des Themas „Schöpfung“ waren Konfirmanden der Kirchengemeinden Großkarlbach, Laumersheim und Obersülzen zusammen mit Frau Pfarrerin Heck zu Gast bei „Bach und Baum“, um Erfahrungen mit der Natur am Landgraben in Obersülzen zu machen.

Sehen, fühlen, entdecken und bestimmen, was am und im Landgraben wächst, kriecht und schwimmt – aktiv und spielerisch -, das umfasste das Aufgabenfeld für die Konfirmanden.

Wer findet die von Christiane Stiehl-Haas gezeigten Naturmaterialien (Blüten, Zweige, Blätter, Früchte) möglichst schnell und benennt sie mit Namen?

Eifriges Suchen und Bestimmen machten durstig, und der Schluck Naturlimo aus der Kiste war hoch willkommen.

Beim nächsten Bereich Fühlen sollten Partner neue Erfahrungen mit Bäumen machen. Der „Sehende“ führte seinen „Blinden“ an einen Baum, ließ ihn ausführlich ertasten, drehte ihn im Kreis und führte ihn zurück. Mit geöffneten Augen wurden die Bäume von fast allen wieder gefunden.

Weiter ging es mit einer Gruppenaufgabe: In einer Fühlkiste mussten Naturmaterialien ertastet und benannt werden.

Beim Thema Tarnung im Tierreich galt es zunächst versteckte Gegenstände, die nicht in der Natur vorkommen und solche aus der Natur zu finden. Lebewesen, die nicht entdeckt werden wollen, sind schwierig zu finden. Umgekehrt erfuhren die Konfirmanden, dass manche Tiere gerade durch auffällige Warnfarben ihre Feinde abschrecken.

Danach fingen die Jugendlichen mit Kescher und Becherlupe Insekten im Bach und auf der Wiese, um sie möglichst zu bestimmen.

Bücher dienten als Hilfsmittel – eine wichtige Anleitung, selbst tätig zu werden.

90 Minuten Naturerfahrung … als Teil des Konfirmandenunterrichts …

 

 

Unsere Schleiereulen werden beringt

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Die Beringung von jungen Schleiereulen hat nichts mit dem zu tun, was von Zynikern des menschlichen Heirats(un-) wesens als „Beringung“ bezeichnet wird.

Sinn und Zweck dieser Art von Beringung ist, Vögel individuell zu markieren, um verfolgen zu können, wo Vögel sich aufhalten, wo sie hinziehen, wie sie sich vermehren. Das ergibt Daten, aus denen sich z.B. Rückschlüsse auf das Überleben von Vögeln, auf ihre Krankheiten und ihre Bedrohungen ziehen lassen.

Mehr als 380 ehrenamtliche Vogelberinger wurden von der Vogelwarte Radolfzell ausgebildet, um in ganz Deutschland die verschiedensten Vögel zu beringen.

Einer dieser Beringer, Jörn Weiß von der Wildvogel Auffangstation Nonnenhof e.V. aus Bobenheim-Roxheim, führte die diesjährige Schleiereulenberingung an den 5 jungen Eulen in einem der Schleiereulenkästen unserer kleinen obersülzer Naturschutzgruppe vor einer starken Gruppe von kleinen und großen Zuschauern aus Obersülzen durch.

Seine Erläuterungen stießen auf großes Interesse – insbesondere bei den zahlreichen Kindern der „Räuber“ -, die die unterschiedlich entwickelten kleinen Schleiereulen bestaunen konnten.

01. Schleiereulen.2018

02. Schleiereulen.2018

Anscheinend haben die Schleiereulenjungen die Beringungszeremonie ganz gut überstanden.

Bilder: H. Wünnenberg

Es sind die Nachtigallen und nicht mehr die Lerchen …

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Als Shakespeare vor mehr als 400 Jahren die Tragödie Romeo und Julia schrieb, unterschied er zwischen Nacht und Tag. Wenn die Nachtigall noch singt, kann es nicht schon Tag sein, am Tag singt nur die Lerche . Dass dem nicht so ist, kann jeder erleben, der am Obersülzer Landgraben spazieren geht. Hier singen Nachtigallen tags und nachts.

w01.Teiln

Das konnten auch die Teilnehmer/innen (davon 7 aus Obersülzen) beim  abendlichen Spaziergang am 9. Mai 2018 erleben, zu dem Bach und Baum gemeinsam mit dem Nabu Leiningerland eingeladen hatten. Christiane Stiehl-Haas begrüßte sie, während Anita Bastian vom Nabu die Vogelführung leitete.

w02.Begruessung

Der Weg führte vom Wormser Weg nach Westen  bis zur Gemarkungsgrenze beim Sportgelände. Mindestens 15 Brutpaare nisten auf dieser Strecke   (siehe unten Artenliste „Begehung des Landgrabens“ )

w03.Unterwegs

Das Gelände des renaturierten Landgrabens scheint  ein idealer Lebensraum für Nachtigallen zu sein. Sie brauchen ein  Nest in Bodennähe, benötigen eine  Kräuterschicht und Falllaub – und dichte Hecken.

Ideal wäre es, wenn sich alle Hundebesitzer daran halten würden, während der Brutzeit ihre Hunde nicht in den Hecken stöbern zu lassen.

An einem Abendtermin sind naturgemäß nicht allzu viele Vögel zu hören. Dennoch war dies doch bei einigen der Fall.  (vgl. Artenliste unten)

Entdeckt wurden auch zwei Krähennester auf alten Pappeln.

w04.Kraehennest

Krähen bauen diese nur auf hohen Bäumen. Da diese in der heutigen Feldflur fast vollständig verschwunden sind,  ziehen sich Krähen in städtische Siedlungsgebiete zurück, wo sie durch Lärm und Verkotung für manche Bewohner zur Plage werden  (z.B. in Grünstadt).

Erfreut waren die Exkursionsteilnehmer auch über einen Käferfund.

w05.Kaefer

Artenliste der Begehung:

w06.Artenliste

Text: Bernd Haas

 

Obersülzer Seniorenbaum von Bach und Baum e.V. eingeweiht

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Die Sommerlinde, im Dezember 2017 gepflanzt (wir berichteten), wurde gestern feierlich ihrer Bestimmung als Seniorenbaum übergeben. 

 

Zahlreiche Obersülzer Senioren hatten sich eingefunden, um der Vorsitzenden unserer kleinen Naturschutzgruppe, Christiane Stiehl-Haas, bei ihrer Übergaberede zu lauschen.

Was Obersülzen an Bürgermeistern, alt und neu, zu bieten hat, nahm den Anlass wahr, um an der Einweihung des Seniorenbaumes teilzunehmen.

Für Speis`und Trank – gut pfälzisch – war in gewohnter Weise gut gesorgt.

Was hier aussieht wie eine anspruchsvolle Reise nach Jerusalem, ist ein Ausdruck der geschwinden, um nicht zu sagen hurtigen liebevollen Versorgung unserer Senioren mit der notwendigen Atzung.

In der fröhlichen Runde um den Seniorenbaum bezeugt der älteste der Herren seine große Liebe und Verbundenheit zur und mit der Natur.

Der abschließende Guss für die Sommerlinde kündigte noch lange nicht das Ende dieser auch vom Wetter begünstigten geselligen Veranstaltung.

Bilder: B. Haas und Wünnenberg

Ein Wesen namens Bien -50 Millionen Jahre alt

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„Das älteste bisher entdeckte Bienen-Fossil, ein Exemplar der Art Melittosphex burmensis, wurde in burmesischem Bernstein gefunden und wird auf ein Alter von 100-110 Millionen Jahren geschätzt. Da jedoch vermutet wird, dass es sich hier nicht um eine Biene, sondern eine Wespe handeln könnte, war dieses Fossil für die Forscher nicht brauchbar. Das älteste Fossil, welches sie in ihre Untersuchung mit einbezogen, war ein Exemplar der Art Cretotrigona prisca aus der späten Kreidezeit. Das exakte Alter ist umstritten, aber man nimmt an, das Fossil könne 65 Millionen Jahre alt sein. Damit hat diese noch den einen oder anderen Saurier sehen können.“[ (Quelle) ]

Der Imker und Tischler Johannes Mehring war der erste, der den Bienenschwarm als „Einwesen“ zu betrachten.
Der Soziobiologe Jürgen Tautz geht heute noch weiter und vergleicht den Bien mit einem Säugetier.
Zu dieser Gattung gehören auch wir Menschen, die Nutznießer der Symbiose mit den Bienen. Dass Menschen sich als die Krone der Schöpfung betrachten und daraus das Recht ableiten, die Natur dem Zwang von Nützlichkeit und Profit zu unterwerfen, kündigt alle symbiotischen Zusammenhänge auf, von denen der Mensch existenziell abhängig ist.

Timm Koch hat ein lesenswertes Buch geschrieben:
Timm Koch: Herr Bien und seine Feinde.2018, Frankfurt/Main (Westend-Verlag ), 20 €.
Koch – ein engagierter und praktizierender Imker – beleuchtet in einer sehr persönlichen, kurzweiligen Weise seine Beziehung zum Bien, dessen Herkunft, Lebensweise und aktuelle Bedrohung.

Koch_Herr Bien.jpg

(Das Buch gibt es beim lokalen Buchhändler des Vertrauens.)

Obersülzer Winterhilfswerk für Gartentiere

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Es ist immer wieder gut zu erleben, wie auch in dieser Zeit bei eisigen Temperaturen und scharfem Nordost-Wind das Winterhilfswerk für Vögel und andere Gartentiere von diesen in Anspruch genommen wird.

Wenn den Tieren dann noch selbstgemachtes Fettfutter angeboten wird, stellen sich die verschiedensten Gäste ein.

Die Rezeptur aus Pflanzenfett (keine Rama!) Walnuss-, Haselnuss-, Sonnenblumenkernen und Haferflocken scheint gut anzukommen.

Voegel futtern

Eichhoernchen futtern

Alle Bilder: F. Sauer

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