Unter den Linden in Obersülzen

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Diese Überschrift enthält kein Sakrileg. Wie jeder weiß, stehen die Linden in Berlin „Unter den Linden“ schon seit langen Jahren nicht mehr an ihrem Platz; denn sie wurden wegen des umstrittenen U-Bahnbaus völlig entwurzelt. Wenn in absehbarer Zeit dieser Bau vollendet sein mag, sollen sie wieder gepflanzt werden.

Bis dahin – es handelt sich ja schließlich nicht um den neuen Berliner Flughafen – entlehnen wir Obersülzer einfach diesen traditionsschwangeren Namen.

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Für den Anlass – Seniorennachmittag im Dorfgemeinschaftshaus – also gewissermaßen eine kleine Zwiebelkuchen-Kaffeefahrt zu den Linden – ist das Begründung genug.

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So wurde dieser Seniorennachmittag aus einer spannungsvollen Dreieinigkeit von pfälzer Gaumenlust, Information und Aktion durch Christiane Stiehl-Haas und Bernd Haas gestaltet.

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Es ist auch in Obersülzen wie überall auf der Welt. Man geht durch die Straßen, durch den Ort, weiß, was man dort sieht, achtet nicht mehr auf die natürlichen Besonderheiten. Sie sind uns vertraut – und damit fern. Wer weiß schon, dass in unserem Dorf 140 Bäume im Baumkataster dokumentiert sind – davon 40 Linden. Das reicht von der vom Blitz getroffenen Eiche auf dem Friedhof bis zu den Linden am Neuweg…. (Ein Blick auf Bäume mit ihren eingefügten Nummern macht die Katasternummer klar.)

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… bis zur verdursteten und von Ulrich Heinze wieder liebevoll zum Leben erweckten kleine Linde.

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Und so bot sich natürlich an, die mit dem Dorfbild besonders vertrauten Senioren zu befragen, inwieweit sie die Linden des Dorfes in ihrem Erfahrungsbereich wahr genommen haben.

Ein Testbogen versetzte sie in die Welt ihres vor wenigen Jahren genossenen Heimatkundeunterrichts:

Wo im Ort stehen welche Linden?

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Verständlich, dass die aktive Arbeit der Senioren einige Zeit in Anspruch nahm, das Ergebnis jedenfalls näherte sich der 100 %.

Wie immer bei solchen Gelegenheiten blitzt der Gedanke auf, was wäre, wenn das spezifische Wissen von Senioren gezielt abgerufen würde. Und das betrifft, weiß Gott, nicht nur die Linden.

Und das betrifft auch das Wissen über die Linden, welches wieder ins allgemeine  Gedächtnis gerufen wurde.

Wer hat von uns nicht den Lindenblütentee als Kur verschrieben bekommen. Erträglich – besser als der Trunk aus Lebertran.

Und irgendwann in unserer Schulzeit wurde uns klar, dass Linden einen anderen Charakter haben als die Eichen.

Unter Eichen tagten die alten Germanen bei Thing und Gerichten, hart und eicheln. Von Germanen unter Linden ist uns in unserer Schulzeit eigentlich nichts kund getan. Das rutschte so im romantische Zeiten: Unter Linden versammelten sich Menschen fröhlich, sie tanzten, und wenn es dunkel wurde, kuschelten sie auch zuweilen. Heine hat sie besungen, die Linde. Sie steht innerhalb der nördlichen Menschenkultur für Weiblichkeit, Liebe, Fruchtbarkeit, Frohsinn, Schönheit.

Das zu singen, mag unsere Senioren beschwingt haben.

Die kleine Geschichte aus der griechischen Mythologie über Philemon und seine Frau Baucis, die ein altes Ehepaar waren und irgendwo am Rand der Welt einsam lebten, ist doch nicht ohne Bedeutung für unsere Gegenwart.  Sie sind, obwohl sie arm sind, sehr gastfreundlich und so beschlossen zwei griechische Götter, ihre Großherzigkeit in Anspruch zu nehmen, nachdem sie in der angrenzenden Stadt überall abgewiesen wurden. Das ist so, als ob Jesus heute unerkannt bei uns zu Gast sein möchte. Die beiden Alten erkennen die Götter nicht, bewirten sie großzügig, und als sie die Götter erkennen, entschuldigen sie sich. Diese zeigen sich dankbar und gewähren ihnen den Wunsch, gemeinsam zu sterben. Und so werden an ihrem Ende Philemon zu einer Eiche und Baucis zu einer Linde.

Die Stadt mit den hartherzigen Menschen jedoch verwandelt der Göttervater in einen See.

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Das kann Obersülzen nicht passieren. In der SVO-Gaststätte gibt es gute Kost für jedermann.

Ohnehin sind wir ganz sicher, dass der Göttervater – welcher es auch sein mag – gnädig auf Obersülzen schaut, denn unsere kleine Naturschutzgruppe hat ganz fest vor, aus Spenden und Mitgliederbeiträgen einen LINDEN-Seniorenbaum in absehbarer Zukunft zu pflanzen.

Das wird schon hinhauen – aber…

…dazu müssen ein paar grundsätzliche Erörterungen möglich sein.

Eine Linde pflanzen in unserem Ort? Einfach so?

Ja, warum eigentlich nicht? Ist doch das öffentliche Land, welches nicht in privatem Besitz ist, das Land aller Bürger – also von uns.

Wir haben den Behörden dieses Landes vertrauensvoll die Aufgabe übertragen, dieses Land, das unseres ist, zu verwalten.

Wenn das öffentliche Land das Land von uns Bürgern ist, dann muss es doch möglich sein, einen Baum, zum Beispiel eine Linde, einfach dahin zu pflanzen, wo sie nützlich ist.

In einem Ort, wie dem unseren, ist genügend Sachverstand (einfach Ulrich Heinze fragen) nutzbar, der verantwortlich eine Stelle findet, an der eine Linde ohne Bedenken für uns alle pflanzbar ist.

Na, ja – wir sind Realisten … also fragen wir Verbandsgemeinde, Gewässerverband und wen noch …

Hauptsache: Die Senioren-Linde steht irgendwann ordnungsgemäß genehmigt auf unserem Land, dem Land der Bürger Obersülzens.

Wir können allerdings nicht garantieren, dass wir nächstens auch Senioren-Eichenplataneweidekastanien planen werden.

So einen langen Atem wie Ulrich Heinze mit seinem Landgraben-Amazonien trauen wir uns (noch) nicht zu.

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Mitgliedertreffen 2017

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Turmfalkenbrut 2017

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In den letzten Jahren fand am Kirchturm von Obersülzen ein erbitterter Verdrängungswettbewerb zwischen Schleiereulen, Dohlen und Turmfalken statt.

Wie es den Anschein hat, haben die Dohlen sich etwas vom Kirchturm entfernt, sodass die Turmfalken in diesem Jahr ungestört brüten konnten.

Die Reihenfolge der Sichtungen macht den Fortschritt bei der Falkenbrut gut sichtbar.

9. Juni 2017

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9. Juli 2017

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Nachdem einer der jungen Falken einen verfrühten Flugversuch unternommen hatte und vom Rasen unter dem Turm zurück in das Turmloch gebracht wurde, versuchte ein zweiter Jungfalke es besser zu machen. Mit dem gleichen Misserfolg. Auch er wurde fürsorglich wieder nach oben gebracht.

20. Juli 2017

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Nun scheinen die Jungfalken flügge genug zu sein.

Es soll noch erwähnt werden, dass ornithologisches Interesse und körperliche Kondition gleich stark sein müssen.

Immerhin sind bis in den Kirchturm über steile Stiegen etwa 30 Höhenmeter zu bewältigen.

Und das von Herren, die das jugendliche Springinsfeld-Alter doch schon seit einigen Jährchen verlassen haben.

Jeder kann sich ausrechnen, wie viele Höhenmeter die beiden Herren allein bei der Sichtung vom 9. Juli 2017 zu bewältigen hatten.

Bilder: F. Sauer

Was kriecht und fleucht denn da? – Insektenexkursion mit Gerd Reder

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Wie viele Jahre ist es her, dass sich auf den Windschutzscheiben unserer Autos eine dicke Schicht getöteter Insekten abbildete? Und wie sieht das heute aus? Wo sind die Schwalbenschwärme geblieben, die noch vor einigen Jahren abends hoch in den Lüften über dem Dorf Insekten jagten?

Wenn sich bei großer Hitze an Insekten interessierte Menschen treffen, um mit Gerd Reder unsere alljährliche Insektenexkursion entlang des Landgrabens zu erleben, dann wird sie dank seiner geschulten Augen und seiner Expertise zum – auch für die jungen Teilnehmer – garantierten Erlebnis.

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Wo unsereiner es vielleicht summen und brummen hört, aber wegen seiner grob gestellten Optik nichts zu sehen bekommt, da greift Gerd Reder hier und dort hin, und befördert die verschiedensten Insekten vor unsere staunenden Augen.

So kam auf einer relativ kleinen Strecke entlang des Landgrabens – wie unten aufgeführt – eine stattliche Insektenliste zusammen.

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Dieser seltene Geselle, ein Kartoffelkäfer,

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ruft nicht nur das Erstaunen des Entomologen hervor, sondern erinnert auch an die Kindheit, in der man einen „Ausflug“ auf den Kartoffelacker des Lehrers Potthast machen durfte, und dort die zahlreichen Kartoffelkäfer „mit Hast in den Pott“ zu befördern hatte.

Bilder: F.Sauer

Hier die Aufstellung der gefundenen Insekten, die in der Vielfalt wohl der Renaturierung des Landgrabens zu verdanken ist.

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Wer sich einen kleinen Einblick in die wissenschaftliche entomologische Arbeit Gerd Reders und seiner Kollegen verschaffen will, möge unten einen Blick werfen in eine der Veröffentlichungen über den Nachweis der Sattel-Mordfliege (Laphria ephippium) (Fabricius, 1781) in Rheinland-Pfalz (Diptera: Asilidae) durch Gerd Reder.

Diese Arbeit hat schon etwas von der heroischen Geste Luthers: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“.

Denn wenn man die Ergebnisse der Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld zur Kenntnis nimmt, in der zwischen 1989 und 2014 an 88 Orten in Nordrhein-Westfalen Insekten in sogenannten Malaisefallen gefangen und deren Massen gewogen wurden (1995 durchschnittlich 1,6 Kilogramm Biomasse gegen 2014 300 Gramm), dann steht man mit Schrecken vor diesem rasanten Rückgang der Insektenbiomasse in einem Zeittraum von nur 20 Jahren.

Selbst die Bundesregierung stellt auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN: „Stummer Frühling – Verlust von Vogelarten“ den Zusammenhang von abnehmender Insektenbiomasse und schleichendem Vogelartensterben fest. ( Quelle )

(Nebenbei: Auch der Rebhuhnbestand ist in der Zeit von 1990 – 2015 um 84 Prozent zurückgegangen. Weiterhin fröhliches Jagen – kann man da sagen.)

Über eine der Ursachen (Neonicotinoide) muss freilich noch fleißig gestritten werden. Da bildet das Ministerium erst einmal eine Kommission ….

Aktuell gilt in der EU ein Moratorium für die drei neonicotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, die nur unter Einschränkungen verwendet werden dürfen. Bis 2017 soll die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Neubewertung vornehmen.

Ist ja alles nicht so eilig.

1962 erschien von Rachel Carson: Der Stumme Frühling. Das Buch löste eine heftige Debatte über das Insektizid DDT aus, das schließlich verboten wurde.

Insektizide wurden von Rachel Carson als BIOZIDE bezeichnet, die das langfristige Potential zur Auslöschung der bekannten Natur hätten.

Wenn sich die Utopie einer Beweislastumkehr verwirklichen würde, mit der vor dem Einsatz neuer Mensch und Natur möglicherweise beeinträchtigende Mittel nachgewiesen werden muss, dass sie unschädlich sind, könnte die Natur aufatmen.

So wird es wohl bei der bisherigen sich exponentiell steigernden Entwicklung der Zerstörung der Natur bleiben.

„Fünf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren gewaltige Artensterben, zeigen Fossilienfunde. Forscher sehen eine aktuelle, menschengemachte, sechste Welle in vollem Gange. Allein seit dem Jahr 1500 seien mehr als 320 terrestrische Wirbeltiere ausgestorben, die Bestände der verbliebenen seien im Schnitt um ein Viertel geschrumpft, schreiben Wissenschaftler um Rodolfo Dirzo von der Stanford University in der Zeitschrift „Science“. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten täglich aus.

Der Mensch im Anthropozän hat auf die Artenvielfalt also langfristig eine „ähnlich verheerende“ Wirkung wie der große Meteor-Einschlag vor 65 Millionen Jahren.“

Quelle

Hier die Arbeit von Gerd Reder:

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Ornisbürokratie in O.

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Es ist nicht so, dass die Beringung von Schleiereulennestlingen ein Ausfluss von deutschem Bürokratisierungswahn ist. Bereits seit den späten Jahren des 19. Jahrhunderts werden Vögel beringt, um Aufschluss über die Größe der jeweiligen Popiulationen und ihrer Verhaltensweise zu bekommen.

Für unseren Bereich ist die Beringungszentrale Radolfzell zuständig, deren Beauftragte die ordnungsgemäße Beringung vornehmen.

Was schwer aussieht, wiegt in Wirklichkeit fast nichts.

Dem Schleiereulennistkasten bei der Kirche wurden die 5 Nestlinge sorgsam entnommen und in einem Stoffsack zur Beringung getragen.

Der jeweilige Entwicklungstand der jungen Schleiereulen ist hier zu beschauen.

Nach einer halben Stunde sind die kleinen Eulen frisch beringt wieder in ihrem Kasten.

Bilder: Wünnenberg

Wir bedanken uns bei upCam ( www.upcam.de) für die überlassenen IP-Kameras.

Melancholie der Prärie

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Die Eindrücke unserer Exkursion in den Sichtungsgarten Herrmannshof in Weinheim wirken noch nach. Und angesichts der Versuche, die Vegetation der nordamerikanischen Prärie auf wenigen Quadratmetern idealtypisch nachzuahmen kommt Melancholie auf.

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Natürlich kann die Prärie nicht mehr kopiert werden.

Mark Twain (geb. 1835) erinnert sich in seiner Autobiographie an seine Kindheit in den Prärien von Missouri:

„ Ich kann mir die Prärie ins Gedächtnis rufen, ihre Einsamkeit und ihren Frieden, einen riesigen Habicht, der mit ausgebreiteten Schwingen reglos am Himmel hing, und das Blau des Himmelsgewölbes, das sich durch die Fransen der Flügelfeder zeigte …  all das kann ich mir ins Gedächtnis rufen, bis es mir so wirklich und so gesegnet erscheint wie damals.“

Das war bereits zu der Zeit, als die indianische Urbewölkerung weit nach Osten gedrängt wurde.

Seit Jahrhunderten durchstreiften die nomadisierenden Indianer, die Kiowa, Comanchen, Apachen und viele andere Indianervölker, nachdem sie die Nachkommen der entlaufenden Pferde der spanischen Konquistadoren für sich gezähmt hatten, die riesigen Weiten der 2,7 Millionen Quadratkilometer großen Prärien – immer den riesigen Bisonherden mit ihren zehntausenden von Tieren nach.

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CC 3.0 (wikipedia_fährtenleser)

Von Osten wellte sich die Hochgrasprärie mit bis zu 2,40 m hohen Gräsern, an die sich die nach Westen ausdehnende Mischgrasprärie mit 1,40 m hohen Gräsern und weiter die trockenen Kurzgrasprärien mit noch bis zu 50 cm hohen Gräsern anschlossen.

Als jugendlicher und passionierter Karl-May-Leser hat man von dieser üppigenVegetation nichts erfahren, standen doch der edle wilde Indianer und sein guter weißer Freund im Vordergrund des abenteuerlichen Geschehens.

Wie der gute weiße Mann vorging, schildert der Creek-Indianer Speckled Snake um 1840, als er bereits über die Erfahrung eines 100 jährigen Lebens verfügte:

„Brüder! Ich habe viele Reden unseres großen weißen Vaters ( Präsident Andrew Jackson) gehört. Als er das erste Mal über das breite Wasser kam, war er nur ein kleiner Mann … sehr klein. Seine Beine waren verkrampft vom langen Sitzen in seinem großen Boot, und er bettelte um ein wenig Land, auf dem er sein Feuer anzünden konnte. … Aber als der weiße Mann sich am Feuer der Indianer gewärmt hatte und seinen Bauch mit ihrem Maismehl gefüllt hatte, wurde er sehr groß.

Mit einem Schritt überstieg er die Berge,und seine Füße bedeckten die Ebenen und Täler. Seine Hand griff nach dem östlichen und nach dem westlichen Meer, und sein Kopf ruhte auf dem Mond. Dann wurde er unser Großer Vater. Er liebte seine roten Kinder, und er sagte: ‚Geht ein bisschen weiter weg, damit ich nicht auf Euch trete!‘

Brüder! Ich habe sehr viele Reden unseres großen weißen Vaters gehört. Aber sie begannen und endeten immer gleich: ‚Geht ein bisschen weiter weg, ihr seid mir zu nah‘.“ (1)

Nachdrücklich wurde durch professionelle Bisonjäger den Indianern die Existenzgrundlage entzogen. Ein einzelner Bisonjäger schaffte mit seinem Gewehr am Tag locker 50 bis 100 Bison – Büffelleder auch für die Stiefel der Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71).

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Gemeinfrei (1brettsnyder)  (wikipedia)

30 Millionen Bison bevölkerten die Prärien. Gegen 1870 gab es noch rund 1000 Bison.

Die Indianer wurden weiter nach Osten in für ihre Lebensweise unwirtliche Gebiete gedrängt.

„Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte mehr als vierhundert Verträge mit den Indianern unterzeichnet und jeden einzelnen gebrochen.“ (2)

1890 war auch das Indianerproblem gelöst, die dezimierten Stämme der Indianer wurden in Reservate eingepfercht.

Der Fortschritt konnte kommen.

Die Prärien wurden von Eisenbahngleisen durchzogen, besiedelt und industrialisiert, in Acker- und Weideland umgewandelt.

In den 1930er Jahren war dieser landwirtschaftliche Fortschritt wieder zu Ende. In den Great Plains mit ihren früheren Prärien führte die Übernutzung zu verheerenden Erosionen durch Staubstürme. Die Großen Ebenen wandelten sich in eine Dust Bowl, eine Staubschüssel. Die tiefwurzelnden Gräser der Prärien hatten den Stürmen und der Trockenheit widerstanden.

Inzwischen breiten sich in aufgebenen Landwirtschaftsgebieten wieder die Präriegräser und -büsche aus.

A propos Verträge.

Nun tritt der Enkel eines Kallstadter Pfälzers aus einem Vertrag, nämlich dem Pariser Klimavertrag, aus, in dem die USA gar nicht vertraglich involviert sind.

Nachdem die USA beim Pariser Klimagipfel durchgesetzt hatten, dass

– der Verbindlichkeitsstatus des Vertrages von „treaty“, also allgemeinverbindlich, auf „agreement“, also lediglich als Absichtserklärung gesetzt wurde,

– Nationen die Intensität ihrer Verpflichtungen als nicht verbindlich betrachten können,

hat Obama nur per Präsidentendekret den Vertrag bestätigt, was aber nicht genügt. Denn der Kongreß muss zustimmen – und das hat er nicht. (3) (4)

So sind nun mal wieder die Bayern schuld. Denn die bayrischen Behörden haben den rückkehrwilligen Frederick Trump 1905 in die USA abgeschoben. Aus einem Schreiben des Bezirksamtes Dürkheim:

„Dem derzeit in Kallstadt befindlichen amerikanischen Bürger und Rentner Friedrich Trump ist eröffnen zu lassen, dass er längstens bis zum 1. Mai lfd. Jrs. das bayerische Staatsgebiet zu verlassen, andernfalls aber seine Ausweisung zu gewärtigen habe.“

Im Mittelpunkt vum Pälzer Staat

Der Punkt leit, der wo ganz gewiß

Die Hauptsach uf ´ em Weltall is,

Der Punkt, wo alles sich drum dreht,

Was uf der weite Welt besteht.

Dort werd die Weltachs ingeschmeert

Un ufgebaßt, daß nix passeert,

Was in de Weltelaaf am End

E kleeni Steerung bringe kennt.-

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An allen Wochenenden in der Pfalz werden zahlreiche Gruppen von fröhlichen Menschen auf sogenannten Weinwanderwegen  mit einem Glas in der Hand gesichtet. Diese Kräfte gilt es zu bündeln, um die Weltachse wieder richtig zu justieren.

Hier ist die Anfahrtskizze zur Weltachse.

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(1) Howard Zinn: Eine Geschichte des amerikanischen Volkes, Berlin 2007, S. 138 f

(2) ebenda: S. 515

(3) Naomi Klein in „The Intercept“

(4) Telepolis: Trump ist nicht aus dem Pariser Abkommen ausgetreten, die USA waren nie dabei

Schleiereulenmütterliches

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Im Schleiereulenkasten gegenüber der Kirche hat sich was getan. Aus den 7 Eiern der Schleiereule haben es vier Nestlinge geschafft.

Nun rupft die Schleiereulen-Mutter ihren Fang in mundgerechte Happen für ihre hungrige Brut.

Wir bedanken uns bei upCam ( www.upcam.de) für die überlassenen IP-Kameras.

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