Es ist klar – so ein Aufreisser soll Leser aus der schon ewig währenden Corona-Apathie wecken. Was bedeutet schon Obersülzen in der weiten Welt des organisierten Spielerunwesens?

Und doch ist unser Ort nicht ohne Hütchen. Hütchen, die jeder kennt: rot-weiß beringt, kegelförmig – oft ineinander steckend, wenn sie gelagert und wie sie z.B. auf einem Obersülzer Pferdehof benötigt werden.

Ein Pferdehof braucht betriebsbedingt stets wache Augen für Tier und Mensch – auch kleine Veränderungen fallen schon auf…

…und wenn es nur eine kleine Bewegung auf einem Warnkegel ist.

Eine genaue und dann verweilende Beobachtung wurde mit einer reizvollen Entdeckung belohnt.

Am Warnkegel auf dem Boden des Pferdehofes herrscht reger Kohlmeisenbrutversorgungsverkehr.

Da staunt selbst der alte und in vielen Ställen erfahrene, weise und noch sehr lebenswache Felix…

… mit seinem Kompagnon.

Ist das denn einer Kohlmeise würdiges Verhalten, zu nisten fast am Boden in einem Hohlkegel, exponiert und nicht in allergrößter Ruhe?

Zumindest haben Katz und Hamster Mühe an die Brut zu gelangen. Also ist das zunächst eine intelligente Wahl. Wenn schon kein Meisenkasten in luftiger Höhe, dann wird eben dort gebrütet und versorgt, wo kein Mensch und kein feindliches Wesen es vermutet. Das ist wohl so eine Art Kulturanpassungscleverness.

Bleibt die Frage, wie sich denn die kleine Brut, wenn sie flügge wird, aus dem Kegel am Boden befreien kann.

Zunächst einmal stehen die Kegel ineinander, so dass nur eine kleine Nestlücke bis zum Flugloch bleibt – das müssten die Nestlinge schaffen; und dann wird sich wohl dort wo Pferde behütet hinter Zaun und Riegel stehen ein wenig nach oben hin offener Maschendraht finden, der vor Katz und Hamster schützen kann.

Man muss der Kohlmeise – zum Eingangsthema verweisend –  die Cleverness und Intelligenz eines Hütchenspielers zurechnen – mindestens.

Bilder (außer Pferdebilder): Friedel Sauer

Text: Wünnenberg