Warum in die Ferne schweifen ….

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… wenn vor unseren Toren in Asselheim beim Weingut Matthias Gaul ein Stück Provence blüht und brummt.

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Einem Vorschlag aus der Mitgliederversammlung im März folgend, nahmen Mitglieder unserer kleinen Naturschutzgruppe zusammen mit dem NABU-Leiningerland – zusammen etwa 30 Teilnehmer – an einer Erkundung des Gaul`schen Lavendelfeldes in Asselheim teil.

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Dr. Turznik führte ein in die Anlage des Lavendelfeldes mit zwei verschiedenen Sorten. Lavandin, ein großwüchsiger Hybridlavendel, in Frankreich zumeist angebaut, bringt hohe Erträge, duftet strenger. Der „echte“ Lavendel, lavandula angustifolia, bringt noch bessere Erträge, braucht aber länger bis zur Ernte.

Die Ernte wird nach Südfrankreich gebracht und durch Destillation zu Lavendelöl verarbeitet.

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Das Wetter war nicht so günstig, so dass die bei Sonne sehr zahlreichen Falter es vorzogen, nur ihre wetterfestesten Gesellen ins Lavendelfeld zu schicken.

Den Teilnehmern bot sich in den Lavendelreihen ein vielfältiges Bild intensiven Lebens, bei dessen Bestimmung Dr. Turznik und auch andere Kenner interessante und wertvolle Hinweise gaben.

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Den lautesten Anteil am Lavendelleben nahmen mit ihrem durchtönenen Gesumme die Hummeln ein, deren Arten genaues Hinweisen und -schauen erforderte. 

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Unsere Gegenwart schützte sie vor den gelegentlich anreisenden und lauernden Bienenfressern. (Guter Link dazu NABU/Frankenthal)

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Die Nachkommen der Hummeln sind jedenfalls gut getarnt in den Tiefen des Lavendel versteckt.

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K. Scharbach

Falter in weiß und gelb und braun machten sich wegen der fehlenden Sonne rar.

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Seitdem die Gottesanbeterin Insekt des Jahres 2017 wurde, zeigt sie sich stolz in einheimischen Wärmeinseln. Ob diese Fangschrecke genüßlich beim Paaren ihren Partner verspeist, konnte während unserer Erkundung nicht nachgewiesen werden.

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Auch die Genossen von der hüpfenden Zunft tummelten sich vereinzelt im Lavendel.

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In so einem dichten Biotop finden sich natürlich auch die Mitglieder des fressenden Gewerbes ein – die Spinnen.

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Dass diese Spezies nicht von der ungefährlichen Sorte ist, kann man hier recht gut erkennen.

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Chr. Stiehl-Haas

Lavendel, die Pflanze der Provence! Da lässt sich gut spekulieren: Provence, das zur Römerzeit Provincia Narbonensis hieß und durch die schon Hannibal – so 200 vor – trampelte und die Caesar – so 60 vor – dem Reich einverleibte.

Und nun hat´s dieser – wohl wegen des Klimawandels – unverwüstliche Lavendel auch dorthin geschafft, wo Augustus – so um 9 nach – drei Legionen des Varus durch Arminius, dem Hermann der Cherusker, an den nördlichen Hängen des Teutoburger Waldes verlor …

w11.Hermann

… und jammerte: „Varus, Varus, wo sind meine Legionen“ – dort in der Gegend bei Detmold wird nun die Pflanze angebaut, deren Essenzen so begehrt sind. (Siehe hier!)

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Da haben wir`s näher. Ein Blick von der südlichen Mauer des Friedhofs von Asselheim bringt uns schon eine Ahnung davon, wie sich Schönheiten der Pfalz mit denen der Provence vermischen.

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Zum dritten Mal im Paradies

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Nach 2015  (BLOG 21.9.2015“Paradies ganz nah“) und 2017 (BLOG 14.5.2017 „Exkursion ins Paradies“) war am 25.5.2019 erneut eine kleine Gruppe unseres Vereins in Weinheim im Staudensichtungsgarten

Ein Besuch in diesem einzigartigen Garten lohnt sich jederzeit, zumal er für jedermann ganzjährig kostenlos zugänglich ist und dadurch die Möglichkeit besteht, die heimische und exotische Pflanzenwelt zu jeder Jahreszeit erleben zu können. 

200 Jahre ist es her, seit von Goethe der schöne Satz überliefert ist:  „Man erblickt nur, was man schon weiß oder versteht“.  Theodor Fontane, an dessen 200. Geburtstag wir 2019 erinnert werden, hat auch die Kurzfassung überliefert: „Man sieht nur, was man weiß“

Und wer wie wir mehr sehen will, vertraut sich gerne einer eigens für uns organisierten Führung an, die wie in den vergangenen Jahren Herr Luley vornahm. Dass dabei nicht alle 2500 Stauden des Gartens vorgestellt werden, versteht sich von selbst. Darum haben auch wir nur einige ausgewählt, die wir interessant fanden. 

Wer Blumen liebt,  kann  sich  an einem Garten erfreuen, der zu jeder Jahreszeit einen erfreulichen Anblick bietet. Wer bei dessen Anlage die natürlichen Bedürfnisse der ausgewählten Pflanzen an Licht, Boden und Wasser berücksichtigt  und entsprechend dicht pflanzt, erspart sich unnötige künstliche Bewässerung und verringert  das Aufkommen unerwünschter Pflanzen.  Manche Zeitgenossen tauschen ja  die Freude an reichem Blütenflor mit lebensfeindlichen Schottergärten („ Gärten des Grauens“)  und dem damit schließlich verbundenem mühsamen Reinigen von veralgtem und bemoosten Gestein. Denn wer auf versiegelten Flächen  Herbizide  ausbringt  macht sich strafbar.

Der Blumenhartriegel, ursprünglich in Nordamerika beheimatet und Staatsblume in den Staaten Missouri und Virginia.

Die heimische Nachtviole  als Wildpflanze seit Jahrhunderten kultiviert erfreut mit weißen oder violetten Blüten vor allem in den Abendstunden mit herrlichem Duft  nicht nur Menschen sondern auch viele Insekten.

Diptam  oder brennender Busch:  eine ausdauernde Pflanze  (Staude) die in der Landschaft unter Naturschutz steht  (am Asselheimer Hang kommt sie natürlich vor, wird  von Naturschutzgruppen jährlich frei geschnitten, weil der Schwarzdorn ihr das Leben schwer macht)  erfreut  bei richtigem Standort jeden Gärtner  und wird der Überlieferung nach mit dem brennenden Busch am Berg Horeb im 2. Buch Mose gleich gesetzt.

Ein Wolfsmilchgewächs im Topf – nicht winterhart, aber wunderschön anzusehen.

Zistrosen, aus dem Mittelmeerraum stammende  Sträucher, die  mit trockenem Klima gut zurecht kommen  und daher keine zusätzliche Bewässerung brauchen.

Nicht winterhart ist der Indigostrauch, aus dem im vergangenen Jahrhundert der  Farbstoff Anilin gewonnen wurde. Angeblich soll  an Montagen das Anilin verarbeitet worden sein, wodurch die Arbeiter mit blauen Kleidern nach Hause kamen, am blauen Montag …  so Herr Luley. Wer daran glaubt? 

Zu einem echten Garten gehört natürlich auch Wasser mit den dazugehörigen Pflanzen. Für uns Obersülzer interessant waren aber in erster Linie die quakenden Wasserfrösche (Grünfrösche),  die den Obersülzern zwar den Uznamen einbrachten, aber bisher in der freien Natur noch nicht (wieder) aufzufinden sind. 

Gelber Frauenschuh, heimische Orchidee, eine der prächtigsten Orchideen Europas, in allen Ländern unter strengem Naturschutz, nur an wenigen Standorten wild zu sehen..

Und weil an dem Blütenreichtum des Weinheimer Staudengartens sich Bienen  erfreuen, können Besucher auch deren Honig erwerben, der in der Imkerei geschleudert wird.

Bernd Haas

Bilder: B.Haas + Chr. Stiehl-Haas

Der Baum des Jahres dem Mann des Jahres

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Wer am heutigen Samstagmorgen entlang des neuen Rückstaubeckens am Landgraben ging, hat sich über diesen seltsamen Aufbau gewundert.

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Entlang der Kimme von Sektflaschen lag verschwommen im Ziel ein Baum, ein ganz besonderer Baum, der sich bei näherem Hinsehen als Flatterulme, Baum des Jahres 2019, präsentierte.

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Zu den Sektflaschen hatte sich eine stattliche Gruppe unserer kleinen Naturschutzgruppe eingefunden …

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… um mit dem Baum des Jahres unseren Mann des Jahres Ulrich Heinze zu ehren, der auch in seinem 90. Lebensjahr sich verantwortlich fühlt für das Gedeihen von Tier, Baum und Busch in Obersülzen.

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Christiane Stiehl-Haas übergab Ulrich Heinze im Namen von Bach und Baum e.V. die gepflanzte Ehrengabe mit Dankesworten für die jahrzehntelange, immense Arbeit an der Natur nicht nur in und um Obersülzen.

Bernd Haas machte deutlich, dass die Wahl der Flatterulme nicht zufällig erfolgte. Der Standort des Baumes am feuchten Rande des Landgraben sei ideal, weil die Flatterulme, in Auenlandschaften beheimatet, sehr gut Überschwemmungen bis zu 100 Tagen vertragen könne. Da sie in sauerstoffarmen nassen Böden keine Tiefwurzeln entwickeln könne, verfüge die Flatterulme über stabilisierende Brettwurzeln.

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Ortsbürgermeister Lehmann schloss sich mit Dankensworten an Ulrich Heinze für seinen Dienst an der Natur an.

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Ulrich Heinze bedankte sich für die Flatterulme, die zu seinen Ehren gepflanzt wurde – die ihn auch erinnern soll an seine lange Tätigkeit im Landesschutz und der Landespflege weit über Obersülzen hinaus, was zahlreiche inzwischen erwachsen gewordene Projekte bezeugen.

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Wir wünschen alle, dass der 20. Nistkasten eine für Ulrich Heinze nicht erreichbare Höhe erreicht. Denn das Besteigen von Leitern jenseits des 90. Lebensjahres hat nun mit Naturschutz gar nichts mehr zu tun.

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Bilder: Wünnenberg – / Brettwurzel: Guido Gerling-CC BY-SA 4.0

Beim Abendspaziergang den Vögeln am Landgraben lauschen

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Was weiß man schon von den kleinen Mysterien der Natur? Trotzen Gartengrasmücken und Nachtigallen laut und oft singend den Temperaturen der Eisheiligentage oder singen sie etwa der kalten, aber heiligen Sophie ein Lobeslied?

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(Gefettete Vogelnamen anklicken und Vogelstimme anhören)

Das könnte sich das Dutzend Teilnehmer beim sonntäglichen Abendspaziergang entlang des Landgrabens möglicherweise gefragt haben.

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Jörn Weiß  (Nabu Frankenthal) führte die Gruppe mit interessanten Erklärungen  zu und Hinweisen auf Stimmen der Vögel am Abend.

Zahlreiche Vogelstimmen konnte dabei identifiziert werden:

Amsel

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CCC By 2.5 – Daniel Schwen

Bachstelze, Fasan,, Girlitz (mehrfach), Graureiher, Kohlmeise

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Kuckuck, Mauersegler, Mäusebussard, Misteldrossel (?), Rabenkrähe, Rauchschwalbe,  Ringeltaube, Stieglitz (liebt die Samen der Klette),

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CC By 2.5  Andreas Trepte

Stockente, Türkentaube,  Turmfalke, Sperber, Turteltaube

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CC by 3.0  Chrischan1077

und Zilpzalp.

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CC A 2.0  Kathy Büscher

Rabenkrähe, Mäusebussard und Stockente überflogen die Gruppe.

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Spuren führten durch das Gras zu dem Bau eines Nutrias.

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CC BY-SA 4.0. Basile Morin

Wenn der Obersülzer Nutrius ein solch prächtiger Bursche ist – gesehen hat ihn noch niemand, er ist dämmerungsaktiv -, dann ist zu verstehen, dass der Nutzen dieser aus Südamerika eingeführten Spezies unmittelbar ersichtlich ist: das Fell ist ein ganz besonderes. In früheren Zeiten wurde der Bestand wegen des beliebten Felles arg dezimiert.

Die Idee am Landgraben Nutria in großer Anzahl zwecks Fellausbeute anzusiedeln, sollte von vorn herein abgelehnt werden. Die Idee der Obersülzer Altvorderen  aus der Anpflanzung ganzer Pappelreihen Zündhölzer zu gewinnen, hat sich auch in Luft aufgelöst.

Nestputzen in Obersülzer Parklandschaft

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Später als in den vergangenen Jahren kontrollierten wir unsere Nistkästen in dem privaten Park am Karlbacher Weg.  Der frühere Eigentümer ist im vergangenen Jahr im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit den neuen Eigentümern konnten wir  die traditionelle Kontrolle, Reinigung und Pflege unserer 10 Nistkästen fortsetzen.

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( Zu den Kontrollen der vergangenen Jahre: HIER 2013  HIER 2014. HIER 2015 HIER 2017 HIER 2018 )

In dieser schönen  Parklandschaft befinden sich  Teiche, die von mancherlei Wasservögeln besucht werden (Reiher, Nilgänse, Enten, Rallen), wie uns der Eigentümer berichtete. Sie „besuchen“ dort  Fische und Amphibien  und tun sich an ihnen gütlich.

Wie in den vergangenen Jahren waren die Nistkästen nur teilweise von Vögeln belegt. Federn wiesen auf Rotschwanz und Meisen hin. Moosnester zeigen, dass sich auch Bilche darin wohl fühlten.

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Wir danken dem neuen Eigentümer-Ehepaar für ihr freundliches Willkommen und den überaus köstlichen Imbiss.

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„Bye, bye Insekten?“ – Ein Vortrag zum Insektensterben von Bernd Remelius

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Jeden Tag können wir lesen, dass Katastrophen drohen: das Klima verändert sich rapide, die Vegetation wird weltweit großflächig ausgeräumt, Arten sterben aus, der Frieden ist ständig durch verrückte politische und ökonomische Machenschaften bedroht …. Wir hören das, wir beobachten das, wir fühlen unsere Ohnmacht. Viele dieser Probleme sind für unser Wissen, für unsere Erfahrung zu komplex.

Eines der Probleme, für jeden von uns gut zu beobachten und zu erfahren, ist das zunehmende Verschwinden der Insekten. Die Älteren von uns erinnern sich noch an die blutverschmierten Windschutzscheiben, die spätestens nach 300 km von den Tankwarten ( die gab es damals noch! ) gesäubert werden mussten.

Zu diesem Aspekt der Umweltveränderungen hatte unsere kleine Naturschutzgruppe zusammen mit der Gemeinde Obersülzen 

Bernd Remelius vom NABU Eisenberg/Leiningerland 

eingeladen zu seinem Vortrag 

„Bye, bye Insekten?“

Mit dem Fragezeichen am Thema wird sicher die Hoffnung ausgedrückt, dass die Insekten noch nicht ganz verschwunden sind.

Und so tritt Bernd Remelius in seinem Vortrag nicht wie ein weiterer Überbringer schlechter Nachrichten auf.

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Nach einem Einblick in die prächtige Vielfalt der Insekten wendet er sich der Frage zu, ob es tatsächlich ein Insektensterben gibt. Er zeigt die Ergebnisse von Untersuchungen auf, bei denen die Zahl 70 % eine auffällige Rolle spielt:

Bei der Erfassung flugaktiver Insekten durch den NABU BW ergab sich in Rückgang von 70 % in 24 Jahren; in den Isarauen wurden von den Wildbienen 70 % dezimiert – einige von vielen aufgezählten Beispielen des dokumentierten Schwundes an Insekten.

Die Beantwortung der Frage: „Was hat das alles mit uns zu tun?“ ergibt sich aus der Darstellung der ökologischen Zusammenhänge, in denen die Kreisläufe der Abhängigkeiten von Pflanzen, Insekten, Menschen aufgezeigt werden. Diese ökologischen Kreisläufe, in die sich die Insekten seit 400 Millionen Jahre eingefügt haben, wurden durch die Eingriffe des Menschen ( hienieden lediglich seit 300.000 Jahren anwesend ) in lediglich 200 Jahren in zunehmender Weise bedroht.

Ein Blick auf die natürliche Effizienz der Bestäubung durch Wildbienen gegenüber den Honigbienen wurde im Exkurs über die Wildbienen aufgezeigt. Um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben, werden lediglich 400 Mauerbienen, aber 40.000 Honigbienen benötigt.

Das als Kontrast zu einem Bild aus China, in denen Menschen in Bäumen  versuchen mit Handbestäubung die fehlenden Insekten zu ersetzen.

Aus der Darstellung der verschiedensten Ursachen ergab sich für den Vortragenden vielfältige, sofort greifende für die Insekten nützliche Handlungsanweisungen.

Die Gestaltung naturnaher Gärten – in der BRD immerhin ein Potential von 1 Mio Hektar – wurde als eines der vielen Beispiele besonders herausgestellt.

Die meisten der Umweltprobleme werden durch Menschen verursacht. Also muss sich das Verhalten der Menschen, ihre Lebensweise ändern. Dass schon kleine Änderungen menschlicher Gewohnheiten helfen, zeigt sich u.a. am Verzicht auf versteinerte Vorgärten.

Bernd Remelius hat den ca. 30 Teilnehmern die ganze Komplexität des Phänomens „Verschwinden der Insekten“ in einprägsamer Weise zur Nachbesinnung veranschaulicht.

In seiner unten angefügten und um aktivierte Links ergänzten „Tipp-, Literatur- und Linkliste“ stellt er uns einen umfassenden Katalog zum Selbststudium zur Verfügung.

H. Wünnenberg

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Vortrag „By, bye Insekten?“ – weiterführende Tipps, Literatur und interessante Links ( zum Vortrag von Bernd Remelius, NABU Eisenberg/Leiningerland, 26.2.2019 bei Bach und Baum e.V. Obersülzen )

Allgemeines

  Wildbienenschutz – umfassende Praxisinformationen über Wildbienen

Bereich Landwirtschaft

  • F.R.A.N.Z-Projekt – Projekt der Umweltstiftung Wilhelm Otto und des 
  • Deutscher Bauernverband  e.V.

   

Bereich „Öffentliches Grün“

  • Eh-Da-Flächen ( hier insbesondere der Leitfaden zur praktischen Umsetzung )

Bereich „Gärten“

  •   Seite NATURGARTENFREUDE  ( u.a. viele Infos zu Wildbienen, Nisthilfen, Bezugsquellen )

Praxisnahe Bücher (insbesondere für naturnahes Gärtnern)

Grundsatz: möglichst viele einheimische Blütenpflanzen, weil die heimischen Insekten daran am besten angepasst sind!

  • Reinhard Witt, Natur und Garten, 2015
    • Bezugsquelle: Buchshop Reinhard Witt
      • Sehr zu empfehlen! Viele praktische Tipps und Anleitungen für den Bereich Naturgarten.
  • Reinhard Witt, Das Wildpflanzen Topfbuch, 2017
  • Lugerbauer, Katrin, Bienenfreundlich gärtnern (Pflanzideen für alle Standorte, 2017
        • BLV-Verlag
  • Boomgaarden/Oftring/Ollig, Natur sucht Garten, 2011, Ulmer Verlag (naturnahes Gärtnern)
  • Elke Schwarzer, Mein Bienengarten, 2017, Ulmer Verlag
  • Ursula Kopp, Die schönsten Pflanzen für Bienen Hummeln, Bassermann-Verlag

Bezugsquellen für einheimische Wildpflanzen bzw. deren Samen (Auswahl)

  • https://www.rieger-hofmann.de (mit vielen Praxistipps unter der Rubrik „Wissenswertes“ sowie detaillierte Aussaatanleitungen unter „Service“

Vortrag zum Insektenschwund                NABU Eisenberg/Leiningerland


 

Liste als PDF hier

Tipps, Literatur, Links – Vortrag- Remelius

Alles wird gut, Greta

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Soviel Natur war noch nie! Und das alles in einer Tageszeitungsausgabe!

Peter Wohlleben, der „Waldmensch“, bekommt ein Personality-Magazin, in dem er „Phänomene der Tier- und Pflanzenwelt, verständlich, gehaltvoll und unterhaltsam“ erklären soll – Startbeginn Frühjahr 2019.

Bereits 2016 war eine starke Dreier-Frauengruppe unserer kleinen Naturschutzvereinigung „Bach und Baum Obersülzen“ beim „Waldmenschen“ vor Ort.

Der Bereich „Wald“ ist also durch Peter Wohlleben kompetent und wirksam abgedeckt.

Eine Wüste in Ägypten soll ein blühender Sehnsuchtsort werden.

Und dazu noch ein Hinweis auf SPEKTRUM.DE mit dem Thema „Mit grünen Oasen gegen die Wüste.“

Aus der Einsicht, dass in sich langsam verwüstenden Landstrichen das Pflanzen von Bäumen zwar nicht grundsätzlich falsch, aber letztlich nicht zielführend ist, kommt der in dem Artikel sehr spannend geschilderten Entdeckung von Tony Rinaudo, einem australischen Missionar in Niger, eine große Bedeutung zu. Rinaudo entdeckte, dass es dort Millionen von Stümpfen gefällter Bäume gibt, die noch über ein intaktes Wurzelwerk verfügen – ein unsichtbarer Wald unter der Erde. Die Ergebnisse seiner Kämpfe um die „Hebung“ und Nutzung dieses unterirdischen Waldes gegen eine von den Kolonialmächten überkommene baumfeindliche Mentalität und gegen die Traditionen der einheimischen Bevölkerung lassen sich inzwischen auf Satellitenbildern bewundern.

Was unseren kleinen Ort Obersülzen anbelangt, verfügen auch wir – und das inmitten einer voll agrarisch genutzten Kultursteppe – durchaus über einige ökologisch wertvolle Hotspots.

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Bereits 1986 wurde die berühmten Obersülzer Wurzelkläranlage – ein Novum der Abfallwasserklärung auch in Deutschland – vom damaligen Umweltminister Töpfer eingeweiht.

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Nun gut – viel ist davon nicht übrig geblieben als eine Brennnesselproduktionsanlage, mit der die Verbandsgemeinde wohl nichts anzufangen weiß. Immerhin ist sie inzwischen die Schutzzone für ein Sprung Rehe.

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In jahrzehntelanger Arbeit hat Ulrich Heinze eigeninitiativ entlang des östlichen Landgrabens ein wahres Amazonien geschaffen.

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Die Renaturierung des Landgrabens 2008 war eine sinnvolle Investition in die Restnatur von Obersülzen.

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Während wir mit angemessener Ruhe – aber nicht zufrieden – zurückgelehnt auf die tagesaktuellen globalen und lokalen aufbauenden Bemühungen in unserer Umwelt blicken, werden wir von einer Meldung der lokalen Presse geschockt.

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Unsere Nachbarstadt Grünstadt hat für ihr hektargroßes Neubaugebiet die Anlage von Schottergärten verboten.

Schottergärten? Die sind doch auch in unserem Neubaugebiet zunehmend entstanden. Da sind doch die Wegpunkte, in denen uns Unbehagen überkommt, aber wo wir uns letztlich sagen: „Die Geschmäcker sind halt verschieden.“ Ein ästhetisches Problem also?

Schnell googeln: 

Stichwort: Schottergärten. = 35.700 Ergebnisse

Stichwort: Schotterwüsten =   8.370 Ergebnisse

Da scheint bei diesem Thema einiges los zu sein – und das fast überall:

Bottrop, Paderborn, Hagen, Wuppertal, Papenburg, Olten in der Schweiz und und und … und jetzt noch Grünstadt.

Es gibt Preise für die schönsten „Gärten des Grauens“ – den TerrorGardeningAward.

Dem Ort Hörstel (könnte auch jeder andere Ort sein, so ist ausdrücklich vermerkt) wurde – initiiert durch den Biologen Ulf Soltau – von einer sachkundigen Jury ein Preis für die schönsten „Gärten des Grauens“ verliehen und diese Auszeichnung so begründet:

„Stadt Hörstel, 1991 noch Gewinner der Goldmedaillen im Bundeswettbewerb `Unser Dorf soll schöner werden ` beweist … mit viel Engagement und Gestaltungswillen, wie man seine Auszeichnung würdigt und verteidigt. Einladend saubere Leerflächen motivieren heute zum Verweilen und zum sozialen Austausch mit Einheimischen (die man unkompliziert mit einem Büschel Unkraut aus ihren Häusern lockt). Störender Igelkot, nervtötendes Grillengezirpe und Vogelgezwitscher sind dabei glücklicherweise auf ein Minimum reduziert .“

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Auf YouTube gibt es einen Lobgesang auf den „Schottergärtner“.

Die „Allgemeine Zeitung Mainz“ äußert sich zu „Keine Schottergärten – mehr Grün auf Dächern“

Die „Bildzeitung“ : „Im Saarland gibt es immer mehr Steinwüsten“ –

Und der „SR“ strahlte eine Sendung aus: „Vorhof des Grauens – Braucht es Steinwüsten in deutschen Vorgärten?

Da scheint sich eine energische Front gegen die zunehmende „pflegeleichte“ Wüstenbildung durch Schotter aufzubauen. Und da so ein Phänomen nicht nur ein ästhetisches ist, sondern auch ein eminent ökologisches, ändern Gemeinden einfach ihre Bauordnungen.

Können die Gemeinden das einfach? Das scheint ein weites Feld zu sein, denn in der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO) vom 24.11.1998 findet sich nur ein dürres Paragräphlein:

§ 10

Höhenlage, Abfall- und Wertstoffbehälter, nicht überbaute Flächen

(4) Nicht überbaute Flächen bebauter Grundstücke sollen begrünt werden, soweit sie nicht für eine zulässige Nutzung benötigt werden. Befestigungen, die die Wasserdurchlässigkeit des Bodens wesentlich beschränken, sind nur zulässig, soweit ihre Zweckbestimmung dies erfordert.

… mal ganz abgesehen vom doch wohl gewichtigeren Grundgesetz-Artikel 14(2):

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Aber da betreten wir nun ein sehr sehr weites Feld.

Graue Schottersteine aus Indien und China – davon kann ganz sicher ausgegangen werden – sind nicht unbedingt Freudentrigger für`s Gemüt; sie spiegeln eher depressive Grundstimmungen und sind Indiz für individuelle Reinlichkeitszwänge.

Sie heizen das Mikroklima des Ortes ein, haben keinerlei Bedeutung für Pflanzenarten, Insekten, Vögel, Menschen.

Sie sind unzulässig, wenn sie auf mit Folie versiegelten, wasserundurchlässigen Flächen ruhen, siehe LBauO, § 10 (4).

Schottergärten bedürfen ab dem 3. Antilebensjahr liebevoller (paranoider?) Aufmerksamkeit. Da Leben sich nicht unterkriegen lässt, wird es erst langsam, dann immer intensiver zwischen all den indischen und chinesischen Steinen hervorlugen, dann -krabbeln – und spätestens dann wird`s arbeitsintensiv. Es sein denn, man wehrt sich mit der Giftspritze, die verboten ist, gegen all das keimende Leben – und dann ist man als Besitzer eines so schönen Steinhaufens nun gar kein ordentlicher Bürger mehr – was argumentativ schwer zu halten ist, wenn man sich all die „pflegeintensiven“ hektargroßen plastifizierten Spargelflächen in der Obersülzer Gemarkung ins Bewusstsein ruft. What shall`s!

Terrorgefahr besteht, wenn nächtens bei Nieselregen ein unordentlicher Bürger handweise Wildkräuter und anderes Samengedöns unauffällig auf indisches und chinesisches Steingut herabrieseln lässt.

Nun ist es ja nicht so, dass wir´s als kleine lokale Naturschutzgruppe bei all diesen negativen Einwänden und Schmutzeleien bewenden lassen. Wir stellen gern unsere Expertise kostenlos zur Verfügung für jedweden ökologischen Fortschritt in unserem kleinen Dorf Obersülzen – der kleinen „Perle der Unterhardt“.

Wie zu hören ist, soll unser Dorfgemeinschaftshaus um-, an-, zwischengebaut werden. 

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Vielleicht wirkt es ein wenig bemüht, dass wir zurück ins Altertum gehen und die schon damals Aufsehen erregenden und bis heute staunenswerten hängenden Gärten der Semiramis erwähnen, aber als kleine Vorstellungshilfe hätten wir sie doch gern platziert.

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In allen Weltstädten, die auf ökologische Zeichen setzen wollen, gibt es inzwischen die begrünten Fassaden – in Paris, in Barcelona, Reykjavik …

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… Wohlgefühloasen für tausende Bewohner.

Nehmen wir doch mal dieses Versprechen in ernsthaftes Erwägen: Hydrokultur – automatisch bewässert, pflegeleicht … große Ausblicke: Pflanzsysteme in Stadt- Freiland- Gebäudebegrünungen. Nehmen wir doch diese Werbung zur Kenntnis – und träumen mal ein wenig.

Und für unser Dorfgemeinschaftshaus könnte dann – andere Lösungen sind denkbar – so etwas herauskommen.

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Man stelle sich nur einmal vor, welche Marketingeffekte sich für unser Dorf durch so eine Maßnahme erzielen lassen. 

Jeder, der unser Dorf im Auto befährt wird die 30-km-Zone nicht nur beachten, er wird stehen bleiben, sich erfreuen, sein Erlebnis verbreiten und so immer fort … (ab hier kann jeder weiterspinnen).

Greta, bis es soweit ist – bleib sitzen!

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