Unsere Schleiereulen werden beringt

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Die Beringung von jungen Schleiereulen hat nichts mit dem zu tun, was von Zynikern des menschlichen Heirats(un-) wesens als „Beringung“ bezeichnet wird.

Sinn und Zweck dieser Art von Beringung ist, Vögel individuell zu markieren, um verfolgen zu können, wo Vögel sich aufhalten, wo sie hinziehen, wie sie sich vermehren. Das ergibt Daten, aus denen sich z.B. Rückschlüsse auf das Überleben von Vögeln, auf ihre Krankheiten und ihre Bedrohungen ziehen lassen.

Mehr als 380 ehrenamtliche Vogelberinger wurden von der Vogelwarte Radolfzell ausgebildet, um in ganz Deutschland die verschiedensten Vögel zu beringen.

Einer dieser Beringer, Jörn Weiß von der Wildvogel Auffangstation Nonnenhof e.V. aus Bobenheim-Roxheim, führte die diesjährige Schleiereulenberingung an den 5 jungen Eulen in einem der Schleiereulenkästen unserer kleinen obersülzer Naturschutzgruppe vor einer starken Gruppe von kleinen und großen Zuschauern aus Obersülzen durch.

Seine Erläuterungen stießen auf großes Interesse – insbesondere bei den zahlreichen Kindern der „Räuber“ -, die die unterschiedlich entwickelten kleinen Schleiereulen bestaunen konnten.

01. Schleiereulen.2018

02. Schleiereulen.2018

Anscheinend haben die Schleiereulenjungen die Beringungszeremonie ganz gut überstanden.

Bilder: H. Wünnenberg

Es sind die Nachtigallen und nicht mehr die Lerchen …

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Als Shakespeare vor mehr als 400 Jahren die Tragödie Romeo und Julia schrieb, unterschied er zwischen Nacht und Tag. Wenn die Nachtigall noch singt, kann es nicht schon Tag sein, am Tag singt nur die Lerche . Dass dem nicht so ist, kann jeder erleben, der am Obersülzer Landgraben spazieren geht. Hier singen Nachtigallen tags und nachts.

w01.Teiln

Das konnten auch die Teilnehmer/innen (davon 7 aus Obersülzen) beim  abendlichen Spaziergang am 9. Mai 2018 erleben, zu dem Bach und Baum gemeinsam mit dem Nabu Leiningerland eingeladen hatten. Christiane Stiehl-Haas begrüßte sie, während Anita Bastian vom Nabu die Vogelführung leitete.

w02.Begruessung

Der Weg führte vom Wormser Weg nach Westen  bis zur Gemarkungsgrenze beim Sportgelände. Mindestens 15 Brutpaare nisten auf dieser Strecke   (siehe unten Artenliste „Begehung des Landgrabens“ )

w03.Unterwegs

Das Gelände des renaturierten Landgrabens scheint  ein idealer Lebensraum für Nachtigallen zu sein. Sie brauchen ein  Nest in Bodennähe, benötigen eine  Kräuterschicht und Falllaub – und dichte Hecken.

Ideal wäre es, wenn sich alle Hundebesitzer daran halten würden, während der Brutzeit ihre Hunde nicht in den Hecken stöbern zu lassen.

An einem Abendtermin sind naturgemäß nicht allzu viele Vögel zu hören. Dennoch war dies doch bei einigen der Fall.  (vgl. Artenliste unten)

Entdeckt wurden auch zwei Krähennester auf alten Pappeln.

w04.Kraehennest

Krähen bauen diese nur auf hohen Bäumen. Da diese in der heutigen Feldflur fast vollständig verschwunden sind,  ziehen sich Krähen in städtische Siedlungsgebiete zurück, wo sie durch Lärm und Verkotung für manche Bewohner zur Plage werden  (z.B. in Grünstadt).

Erfreut waren die Exkursionsteilnehmer auch über einen Käferfund.

w05.Kaefer

Artenliste der Begehung:

w06.Artenliste

Text: Bernd Haas

 

Obersülzer Seniorenbaum von Bach und Baum e.V. eingeweiht

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Die Sommerlinde, im Dezember 2017 gepflanzt (wir berichteten), wurde gestern feierlich ihrer Bestimmung als Seniorenbaum übergeben. 

 

Zahlreiche Obersülzer Senioren hatten sich eingefunden, um der Vorsitzenden unserer kleinen Naturschutzgruppe, Christiane Stiehl-Haas, bei ihrer Übergaberede zu lauschen.

Was Obersülzen an Bürgermeistern, alt und neu, zu bieten hat, nahm den Anlass wahr, um an der Einweihung des Seniorenbaumes teilzunehmen.

Für Speis`und Trank – gut pfälzisch – war in gewohnter Weise gut gesorgt.

Was hier aussieht wie eine anspruchsvolle Reise nach Jerusalem, ist ein Ausdruck der geschwinden, um nicht zu sagen hurtigen liebevollen Versorgung unserer Senioren mit der notwendigen Atzung.

In der fröhlichen Runde um den Seniorenbaum bezeugt der älteste der Herren seine große Liebe und Verbundenheit zur und mit der Natur.

Der abschließende Guss für die Sommerlinde kündigte noch lange nicht das Ende dieser auch vom Wetter begünstigten geselligen Veranstaltung.

Bilder: B. Haas und Wünnenberg

Ein Wesen namens Bien -50 Millionen Jahre alt

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„Das älteste bisher entdeckte Bienen-Fossil, ein Exemplar der Art Melittosphex burmensis, wurde in burmesischem Bernstein gefunden und wird auf ein Alter von 100-110 Millionen Jahren geschätzt. Da jedoch vermutet wird, dass es sich hier nicht um eine Biene, sondern eine Wespe handeln könnte, war dieses Fossil für die Forscher nicht brauchbar. Das älteste Fossil, welches sie in ihre Untersuchung mit einbezogen, war ein Exemplar der Art Cretotrigona prisca aus der späten Kreidezeit. Das exakte Alter ist umstritten, aber man nimmt an, das Fossil könne 65 Millionen Jahre alt sein. Damit hat diese noch den einen oder anderen Saurier sehen können.“[ (Quelle) ]

Der Imker und Tischler Johannes Mehring war der erste, der den Bienenschwarm als „Einwesen“ zu betrachten.
Der Soziobiologe Jürgen Tautz geht heute noch weiter und vergleicht den Bien mit einem Säugetier.
Zu dieser Gattung gehören auch wir Menschen, die Nutznießer der Symbiose mit den Bienen. Dass Menschen sich als die Krone der Schöpfung betrachten und daraus das Recht ableiten, die Natur dem Zwang von Nützlichkeit und Profit zu unterwerfen, kündigt alle symbiotischen Zusammenhänge auf, von denen der Mensch existenziell abhängig ist.

Timm Koch hat ein lesenswertes Buch geschrieben:
Timm Koch: Herr Bien und seine Feinde.2018, Frankfurt/Main (Westend-Verlag ), 20 €.
Koch – ein engagierter und praktizierender Imker – beleuchtet in einer sehr persönlichen, kurzweiligen Weise seine Beziehung zum Bien, dessen Herkunft, Lebensweise und aktuelle Bedrohung.

Koch_Herr Bien.jpg

(Das Buch gibt es beim lokalen Buchhändler des Vertrauens.)

Obersülzer Winterhilfswerk für Gartentiere

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Es ist immer wieder gut zu erleben, wie auch in dieser Zeit bei eisigen Temperaturen und scharfem Nordost-Wind das Winterhilfswerk für Vögel und andere Gartentiere von diesen in Anspruch genommen wird.

Wenn den Tieren dann noch selbstgemachtes Fettfutter angeboten wird, stellen sich die verschiedensten Gäste ein.

Die Rezeptur aus Pflanzenfett (keine Rama!) Walnuss-, Haselnuss-, Sonnenblumenkernen und Haferflocken scheint gut anzukommen.

Voegel futtern

Eichhoernchen futtern

Alle Bilder: F. Sauer

Frühjahresputz 2018

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Wo – in Obersülzen – ist dieses Foto aufgenommen? Das ist eine interessante Frage, besonders an die alteingesessenen, protestantischen Obersülzer.

01_Kirchenbank.w

Wie jedes Jahr muss die Putzkolonne unserer kleinen Naturschutzgruppe (heuer so um die 220 Jahre alt) hier entlang, um über eine 5 m hohe, enge 30 Grad steile Treppe mit Besen, Eimern, Kabeltrommel, Leuchten, Gummihandschuhen und Mundschutz. auf den großen Kirchenboden zu gelangen, an dessen Ende der große Schleiereulenkasten steht, der in den vergangenen Jahren von Schleiereulen und Dohlen heiß umkämpft war.

In diesem Jahr haben die Schleiereulen gewonnen. Das staubige Nistmaterial  bestand aus Ästen und nicht wie bei den Dohlen aus chaotisch zusammen getragenen und wirr ausgelegten Ästen, Toilettenpapier, Holzleisten etc.. Offensichtlich mögen es die Schleiereulen etwas wohnlicher.

Im Nistmaterial konnte nicht festgestellt werden, ob die Schleiereulen auch so gewitzt sind, dass sie wie eine untersuchte Starenkolonie in Bayern Scharfgarbe und andere ätherische Ölpflanzen gegen Parasiten eintragen und in das Material einweben.

02.-Kirchenboden.w

Der Abstieg vom dunklen, staubigen Kirchenboden herab eröffnet einen erlösenden Blick in die schöne helle Dorfkirche.

02a.Kirche-von-O.w

Am nächsten Tag war die Witterung ideal – kalt und trocken – zum Sichten und Reinigen der in einer Obersülzer Parklandschaft aufgehängten Nistkästen.

03.-Gruppe.w

Seit dem letzten Jahr hat sich in diesem Gebiet eine ansehnliche, um nicht zu sagen spektakuläre, Fauna niedergelassen.

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Einer ihrer Vertreter verhielt sich ausgesprochen einfühlsam gegenüber einem unserer Begleithunde.

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Unerschrocken waltete unsere Gruppe ihres Amtes, sichtete und säuberte die Vielzahl von im Sommer nicht so erfolgreich belegten Nestern.

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Auch die Vorsitzende musste ihr nestsäuberndes Können unter Beweis stellen.

06.1.-Christiane.w

In halsbrecherischem Gelände wurde kein Wagnis vermieden.

07.-Zaungruppe.w

Felix und sein weißer Kompagnon, deren Haare von den Vögeln kunstvoll in ihre Nester eingewebt werden, bestaunten unsere durchs Unterholz brechende Kavalkade.

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Es ist in jedem Jahr reizvoll zu ergründen, welcher Vogel in welchem Nest gebrütet hat. Viel Moos mit einer weich mit Tierhaaren gepolsterten Nistmulde lässt auf Meisen schließen und Kleiber nisten auf trockenen Blättern, gemischt mit Rindenstückchen, der Rotschwanz verkriecht sich in eine Gebälknische unterm Dach – jede Vogelart hat ihre eigenen architektonischen Spezialitäten, sich und der Brut eine sichere Heimstatt zu gestalten.

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Der Frühling kündigt sich zaghaft an.

10.Lichtmess18.w

Bilder und Foto-Collagen: H. Wünnenberg

Schleiereulen im Kinderbett

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Da ist nichts anderes zu erwarten. Wird den Schleiereulen ein ausrangiertes Kinderbett – ausgestattet mit zwei Webcams – als Familienheim hingestellt, dann nutzen sie es eben in der ursprünglich angedachten Funktion.

Hinzu kommt noch, dass es draußen beginnt zu grünen: Winterling , Schneeglöckchen, Winterjasmin, Haselstrauch, Scheinquitte recken bereits ihre Blüten….

Also gibt´s nichts, was an den Frühlingsgefühlen der Schleiereulen verwundern dürfte.

Eulenkasten.leben.w

Bildkollage: H. Wünnenberg

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