Beim Abendspaziergang den Vögeln am Landgraben lauschen

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Was weiß man schon von den kleinen Mysterien der Natur? Trotzen Gartengrasmücken und Nachtigallen laut und oft singend den Temperaturen der Eisheiligentage oder singen sie etwa der kalten, aber heiligen Sophie ein Lobeslied?

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(Gefettete Vogelnamen anklicken und Vogelstimme anhören)

Das könnte sich das Dutzend Teilnehmer beim sonntäglichen Abendspaziergang entlang des Landgrabens möglicherweise gefragt haben.

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Jörn Weiß  (Nabu Frankenthal) führte die Gruppe mit interessanten Erklärungen  zu und Hinweisen auf Stimmen der Vögel am Abend.

Zahlreiche Vogelstimmen konnte dabei identifiziert werden:

Amsel

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CCC By 2.5 – Daniel Schwen

Bachstelze, Fasan,, Girlitz (mehrfach), Graureiher, Kohlmeise

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Kuckuck, Mauersegler, Mäusebussard, Misteldrossel (?), Rabenkrähe, Rauchschwalbe,  Ringeltaube, Stieglitz (liebt die Samen der Klette),

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CC By 2.5  Andreas Trepte

Stockente, Türkentaube,  Turmfalke, Sperber, Turteltaube

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CC by 3.0  Chrischan1077

und Zilpzalp.

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CC A 2.0  Kathy Büscher

Rabenkrähe, Mäusebussard und Stockente überflogen die Gruppe.

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Spuren führten durch das Gras zu dem Bau eines Nutrias.

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Bild-11_Nutria

CC BY-SA 4.0. Basile Morin

Wenn der Obersülzer Nutrius ein solch prächtiger Bursche ist – gesehen hat ihn noch niemand, er ist dämmerungsaktiv -, dann ist zu verstehen, dass der Nutzen dieser aus Südamerika eingeführten Spezies unmittelbar ersichtlich ist: das Fell ist ein ganz besonderes. In früheren Zeiten wurde der Bestand wegen des beliebten Felles arg dezimiert.

Die Idee am Landgraben Nutria in großer Anzahl zwecks Fellausbeute anzusiedeln, sollte von vorn herein abgelehnt werden. Die Idee der Obersülzer Altvorderen  aus der Anpflanzung ganzer Pappelreihen Zündhölzer zu gewinnen, hat sich auch in Luft aufgelöst.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen?

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So froh uns der mit Macht einsetzende Frühling auch stimmt, so unfroh verbleibt in unserem Kurzzeitgedächtnis der brachiale Verwüstungsschlag am Landgraben vom Februar dieses Jahres zurück, der viele Menschen im Dorf – so hört man`s „uff de Gass`“ – entsetzt hat.

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Dass unsere beiden örtlichen Mandatsträger diese Maßnahme in Auftrag gegeben haben und sie alle zwei Jahre in Zukunft wiederholen wollen, haben sie inzwischen verlautbart. Wer diese Maßnahme nun ausgeführt hat, bleibt jedoch im Dunkeln.

Uns geht es nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Wir wollen nur sicherstellen, dass dieser Jemand nicht noch einmal gegen

  • das Landesnaturschutzgesetz,
  • alle Grundsätze der „Unterhaltungspflege nach DIN 18919“,
  • die Vereinbarung (LBM, VG, Untere Landespflegebehörde) vom  22.11.2010 nach    der der Gewässerzweckverband-Isenach für die Mahd und die Gehölzpflege des Landgrabens zuständig ist,

verstoßen kann.

In diesem Sinne haben wir uns an die dafür zuständigen Stellen gewandt mit der Bitte um Stellungnahme – bisher mit folgendem Ergebnis:

Datum an              Behörde                                                Antwort

19.2.19                    VG Grünstadt /Tolkendorf                                    0

4.3.19+19.3.19       Verbandsbürgermeister Rüttger /

                                 schriftlich mit Unterlagen                                    0

19.2.19+21.2.19.    Kreis Bad Dürkheim                                               0

18.2.19+21.2.1.      Struktur- u. Genehmigungsdirektion Süd

                                 Neustadt – Referat 34                                              0

19.2.19+21.2.19.    Gewässerzweckverband-Isenach                        0

Selbst wenn berücksichtigt werden muss, dass die mit diesem Sachverhalt befassten Herren – es sind ja meist Herren – viel viel Arbeit haben, ist die Zeit vom 18.2.2019 bis heute für die Beantwortung unserer Fragen und Einwände doch reichlich bemessen. 

Fast könnte dieser Eindruck entstehen:

3affen

Aber da alle mit diesen Sachverhalten befassten Herren des zuständigen öffentlichen Dienstes gemäß ihrer Verpflichtung und sogar ihrem Amtseid nach Recht und Gesetz ihren Dienst tun, muss diesem Eindruck natürlich energisch widersprochen werden.

Es ist schlicht undenkbar, dass unsereins sich in unserem perfekt durchorganisierten Verwaltungsstaat, um simple Auskünfte über behördliche Maßnahmen zu erhalten, an den Bürgerbeauftragten wenden oder gar eine Strafanzeige wegen massiven Verstosses gegen das Landesnaturschutzgesetz  erstatten muss.

Kriegseinsatz gegen die Natur am Landgraben (2)

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Seitdem wir am 18. Februar 2019 ( hier ) die Verwüstungen am Landgraben aufzeigten und die Rheinpfalz (Unterhaardter Rundschau) am 7.3.2019 berichtete, haben sich nicht wesentlich neue Information ergeben. 

Wir wissen zwar (unsere Anfragen an obere, untere Naturschutzbehörde und die VG sind noch nicht beantwortet), dass unsere örtlichen Mandatsträger die Schreddermaßnahmen entlang dieses seit mindestens 15 Jahren unberührten Stückes Natur am Landgraben verantworten, über die Ausführung nicht glücklich sind, aber auf die mildtätige Natur hoffen, die diese Schäden in ein paar Wochen mit Grün überdecken werden. Sie sehen es aber als notwendig an, die Aktion alle zwei Jahre zu wiederholen. Nach 15jährigen Dornröschenschlaf soll dieses Stück Landgraben alle zwei Jahre wieder so aussehen wie jetzt? Im übrigen habe man keine Zeit und Geld mit Motor- und Handsäge diese Arbeit zu erledigen. Wer diese „Arbeit“ der Zerstörung vorgenommen hat, bleibt weiter im Dunkeln.

Eine Begründung, die auf gesetzlichen Vorschriften von Bundes-, bzw. Landesnaturschutz-Gesetz, den Vorschriften für die Unterhaltungspflege nach DIN 18919 oder auf einem etwa vorhandenen Pflegeplan beruht, wird nicht gegeben.

Die Metapher vom „Kriegseinsatz gegen die Natur“ (nicht „Kriegsführung“ – genaues Lesen muss schon sein) trifft in diesem Zusammenhang schon zu.

Frieden ist die Abwesenheit von Gewalt. Im Umkehrschluss bedeutet das doch, dass jemand, einfach weil er die Macht hat, Gewalt gegen jemanden einsetzt, der sich nicht wehren kann, eine im weitesten Sinn kriegerische Handlung vollzieht.

Das ist auf dem Pausenhof so, wo sich der Schulschläger, weil er dicke Muskeln hat und sich einer Gruppe Mitschläger versichern kann, nicht anders als im geopolitischen Rahmen, wo ein Staat – einfach, weil er die Machtmittel besitzt – schwächere Staaten mit Krieg überzieht und das als notwendigen Kampf für die Menschenrechte bezeichnet.

Weil die Natur – im zur Debatte stehenden Landgraben mit seinen von Ulrich Heinze gesetzten Erlenbeständen – machtlos ist gegen die Maschinengewalt von Menschen, denen für ihr Tun angeblich Geld und Zeit fehlen, wird sie in Schutz genommen vom Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutz – BNatSchG) und für uns in Rheinland-Pfalz vom Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) v. 2015.

Zu „Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege“  (§1) im LNatuSchG heißt es:

  1. Naturschutz verpflichtet Staat und Gesellschaft. Das Land sowie alle Personen und Einrichtungen des öffentlichen Rechts wirken darauf hin, eigene und von Dritten überlassene Grundstücke im Sinne der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542) in der jeweils geltenden Fassung zu bewirtschaften und den Flächenverbrauch zu minimieren. Die öffentliche Zweckbindung eines Grundstücks bleibt davon unberührt. Die Verwirklichung der Ziele umfasst auch, dauerhafte Schäden an Natur und Landschaft zu vermeiden und, soweit unvermeidbar, möglichst gering zu halten und bei der Beseitigung von entstandenen Schäden das Verursacherprinzip zu beachten.

Im BNatSchG (§39) wird ausdrücklich auf den Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen hingewiesen:

(1) Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,

(2) wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,

(3) Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Das sind – sollte man meinen – gesetzliche, mühsam in einen allgemeinen Konsens erarbeitete Aussagen, die nach einem langen Gesetzentwicklungs- und -gebungsprozess Gültigkeit für die Gemeinschaft und damit auch für jeden Mandatsträger haben, der in diesen Zusammenhängen tätig wird – zumal er auf diese Gesetze vereidigt wurde.

Diese ganze unsägliche Geschichte der stupiden Eingriffe in die Natur ist uralt. Sie verfolgt uns seit Jahren. Wir zitieren mal aus unserem BLOG vom 27.2.2016:

„In unseren ökologisch rauen Gefilden sind wir`s gewohnt, dass Hecken- und Sträucherwerk entlang von Wegen gegen Februar mit Maschinengewalt zerhauen, gestutzt und geschreddert wird. Wir müssen zusehen, dass mit Kräutern, Gras und Blumen bewachsene „Betriebsgelände“ nach einem „Pflegeplan“ zweimal im Jahr ratzekahl kahl gemäht werden. Manchmal werden gesunde Bäume gefällt, manchmal verschwindet eine mit Steuergeldern bezahlte Streuobstwiese. All das natürlich aus bürokratisch gehärtetem guten Willen, aus Sicherheitsgründen und zur Verkehrssicherheit für überdimensionierte Traktoren und Vollernter – also zu unser aller Wohl: Wir haben`s nun einmal gern reinlich und bequem.“ – und kostengünstig.

Seit über 10 Jahren machen wir in diesem zu Debatte stehenden Gebiet am Landgraben fast jedes Jahr eine vogelkundliche Wanderung. Jedesmal wurde von den führenden Ornithologen der Reichtum und die Vielfalt der Vogelwelt nachgewiesen. Was HIER und HIER und auch HIER nachzulesen ist.

Man muss als Mandatsträger nun nicht unbedingt wissen, dass die Schweizer, was das Wesen, Befindlichkeit und angemessene Pflege von öffentlichen Pflanzen etwas weiter sind als wir – was wir bereits 2013 in unserem BLOG HIER ausführlich beschrieben haben.

Die Schweizer spinnen nicht, wenn sie – den Pflanzen – ausdrücklich Rechte zugestehen, weil die Pflanzen

  • Lebewesen sind,
  • den Tieren und uns verwandt sind, weil sie den langen Weg der Evolution bereits vor uns und mit uns gingen, sie stammen aus dem gleichen Zellmaterial der Urevolution,
  • eine eigene, sehr langsame Lebensform mit eigener Empfindungsebene bilden
  • und sie deshalb in unserer Welt eigene Anspruchsrechte haben.

Etwas von diesem Geist ist auch in unsere Naturschutzgesetze eingegangen. Das ist keine grüne Spinnerei, das beruht auf harten Ergebnissen der BioWissenschaften – und lässt sich bei Bedarf gern nachweisen.

Jeder Mandatsträger, der sich befugt fühlt, Maßnahmen in diesem alle Pflegemaßnahmen sprengenden Rahmen  zu verantworten und durchzuführen, muss jedoch grundsätzlich über seine Zuständigkeiten informiert sein.

Die Pflege des Uferstreifens mit den von Ulrich Heinze in jahrzehntelanger Arbeit gepflanzten Erlen fällt nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Der Gewässerschutzzweckverband in Lambsheim hat das bisher in diskreter Weise selbst besorgt. Weshalb Angehörige des Arbeitstrupps dieses Zweckverbandes, in der letzte Woche – vielleicht auf unsere Intervention hin? – nach dem Rechten schauten, und sich erstaunt zeigten über die angestellten Verwüstungen, deren Ergebnisse teilweise im Landgraben landeten und von ihnen mit Gabeln herausgeholt und am Uferstreifen niedergelegt wurden mussten.

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Auch der Zugriff auf die dem Landgraben gegenüberliegende private Seite ist strittig. Als der hinter dem Zaun liegende Obsthof gegründet wurde, ist der Zaun nach innen  auf das Grundstück zurückgezogen worden, damit vor ihm – also zum Weg hin – eine Reihe von Haseln, Wildkirschen u.a. gepflanzt werden konnte. Wenn das so ist – und die Verlaufslinie zwischen den Grenzsteinen könnte das vielleicht bestätigen -, dann wäre mit dem zur Debatte stehenden Maschineneinsatz private Anpflanzungen beschädigt worden.

Das Argument, dass die im Weg befindlichen Revisionsschächte der Abwasserrohre zum Pumpwerk östlich des Weges frei bleiben müssten, galt mindestens 10 Jahre nicht. Jedes zur Revision notwendige Fahrzeug hatte vorher ungehinderten Zugang und kein Landwirt hat diesen Weg je benutzt, weil er schlicht zu keinem Feld führt.

Also – die Begründungen der Mandatsträger für die von ihnen als notwendig betrachteten maschinellen Eingriffe stehen bisher auf nicht nachvollziehbarem Grunde.

Dieser Landgrabenabschnitt fällt unter „Unterhaltungspflege nach DIN 18919“, in der die Vegetationstechnik im Landschaftsbau grundgelegt und die Instandhaltungsleistungen für die Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation (Entwicklungs- und Unterhaltungspflege) ausführlich – und mit  Sicherheit orientiert an den Normen des BNatSchGesetzes – beschrieben und die also für öffentliche Maßnahmen ebenfalls bindend sind.

Wir als kleine Obersülzer Naturschutzgruppe Bach und Baum e.V. wollen niemand an den Pranger stellen.

Wir wollen nur, dass dieser völlig unnötige Eingriff in die Natur dieses Stückes Landgraben in Zukunft unterbleibt.

Wir wollen einen verbindlichen Pflegeplan, um einen etwaigen schonenden Beschnitt nach dem für zertifizierte Landschaftsgärtner entsprechend des BNatSchG aufgestellten Anforderungskataloges für die Unterhaltungspflegestufe dieses Habitates zu garantieren.

Wir wollen ihn deshalb verbindlich, weil unsere kleine „Naturschutzgruppe Bach und Baum e.V. Obersülzen“ gewissermaßen ein gebranntes Kind ist.

Vor Jahren musste die mit dichtem Schilf bewachsene Schilfkläranlage aufgegeben werden. Wir wollten das ökologisch wertvolle etwa 1/2 ha große Schilffeld erhalten wissen. In einer öffentlichen Bürgerversammlung wurde uns vom damaligen verantwortlichen Mandatsträger Niederhöfer versprochen, die dafür notwendige Bewässerung zu garantieren. Wir sollten ihm vertrauen, unsere Forderung nach einer schriftlichen Zusicherung sei doch deshalb nicht nötig.

Kein Tropfen Wasser – man ahnt es schon – ist in das wertvolle Schilffeld geflossen. Inzwischen ist es verschwunden und hat einer Brennnesselsteppe Platz gemacht, in dem ein Sprung Rehe ab und zu Unterschlupf finden kann.

2015 wurde gegen alles Recht eine Streuobstwiese südlich des Landgrabens mit einem Bagger zugunsten von ein paar kleinsten Bauplätzen abgeräumt. Auch damals will es niemand gewesen sein, der dem Baggerfahrer den Auftrag gegeben hat.

(Ganz nebenbei: Bis heute – seit 2015! – wird von uns moniert, dass noch immer einige der unrechtmäßig mit dem Bagger abgeräumten – später ersatzpflichtigen, aber nicht angegangenen – Bäume der Streuobstwiese nicht angepflanzt wurden. Die untere Naturschutzbehörde – so heißt es – ist bemüht.)

Und nun dieses Abholzen des Uferbewuchses und der damit verbundenen Zerstörung von 4 Meter hohen Erlen, die Ulrich Heinze vor Jahren gesetzt hat. Hinzu kommt die Zerschlägelung des Bewuchses mit Haseln, Wildkirschen u.a. auf oder an privatem Gelände auf der Nordseite des Weges.

Auch in Obersülzen stirbt die Hoffnung zuletzt – die Hoffnung, dass jahrzehntelanges Bachpaten-Engagement nicht weiter zerstört und andere Restbestände an Natur pfleglich – wie in den Naturschutzgesetzen vorgesehen – behandelt werden.

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Nestputzen in Obersülzer Parklandschaft

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Später als in den vergangenen Jahren kontrollierten wir unsere Nistkästen in dem privaten Park am Karlbacher Weg.  Der frühere Eigentümer ist im vergangenen Jahr im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit den neuen Eigentümern konnten wir  die traditionelle Kontrolle, Reinigung und Pflege unserer 10 Nistkästen fortsetzen.

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( Zu den Kontrollen der vergangenen Jahre: HIER 2013  HIER 2014. HIER 2015 HIER 2017 HIER 2018 )

In dieser schönen  Parklandschaft befinden sich  Teiche, die von mancherlei Wasservögeln besucht werden (Reiher, Nilgänse, Enten, Rallen), wie uns der Eigentümer berichtete. Sie „besuchen“ dort  Fische und Amphibien  und tun sich an ihnen gütlich.

Wie in den vergangenen Jahren waren die Nistkästen nur teilweise von Vögeln belegt. Federn wiesen auf Rotschwanz und Meisen hin. Moosnester zeigen, dass sich auch Bilche darin wohl fühlten.

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Wir danken dem neuen Eigentümer-Ehepaar für ihr freundliches Willkommen und den überaus köstlichen Imbiss.

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„Bye, bye Insekten?“ – Ein Vortrag zum Insektensterben von Bernd Remelius

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Jeden Tag können wir lesen, dass Katastrophen drohen: das Klima verändert sich rapide, die Vegetation wird weltweit großflächig ausgeräumt, Arten sterben aus, der Frieden ist ständig durch verrückte politische und ökonomische Machenschaften bedroht …. Wir hören das, wir beobachten das, wir fühlen unsere Ohnmacht. Viele dieser Probleme sind für unser Wissen, für unsere Erfahrung zu komplex.

Eines der Probleme, für jeden von uns gut zu beobachten und zu erfahren, ist das zunehmende Verschwinden der Insekten. Die Älteren von uns erinnern sich noch an die blutverschmierten Windschutzscheiben, die spätestens nach 300 km von den Tankwarten ( die gab es damals noch! ) gesäubert werden mussten.

Zu diesem Aspekt der Umweltveränderungen hatte unsere kleine Naturschutzgruppe zusammen mit der Gemeinde Obersülzen 

Bernd Remelius vom NABU Eisenberg/Leiningerland 

eingeladen zu seinem Vortrag 

„Bye, bye Insekten?“

Mit dem Fragezeichen am Thema wird sicher die Hoffnung ausgedrückt, dass die Insekten noch nicht ganz verschwunden sind.

Und so tritt Bernd Remelius in seinem Vortrag nicht wie ein weiterer Überbringer schlechter Nachrichten auf.

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Nach einem Einblick in die prächtige Vielfalt der Insekten wendet er sich der Frage zu, ob es tatsächlich ein Insektensterben gibt. Er zeigt die Ergebnisse von Untersuchungen auf, bei denen die Zahl 70 % eine auffällige Rolle spielt:

Bei der Erfassung flugaktiver Insekten durch den NABU BW ergab sich in Rückgang von 70 % in 24 Jahren; in den Isarauen wurden von den Wildbienen 70 % dezimiert – einige von vielen aufgezählten Beispielen des dokumentierten Schwundes an Insekten.

Die Beantwortung der Frage: „Was hat das alles mit uns zu tun?“ ergibt sich aus der Darstellung der ökologischen Zusammenhänge, in denen die Kreisläufe der Abhängigkeiten von Pflanzen, Insekten, Menschen aufgezeigt werden. Diese ökologischen Kreisläufe, in die sich die Insekten seit 400 Millionen Jahre eingefügt haben, wurden durch die Eingriffe des Menschen ( hienieden lediglich seit 300.000 Jahren anwesend ) in lediglich 200 Jahren in zunehmender Weise bedroht.

Ein Blick auf die natürliche Effizienz der Bestäubung durch Wildbienen gegenüber den Honigbienen wurde im Exkurs über die Wildbienen aufgezeigt. Um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben, werden lediglich 400 Mauerbienen, aber 40.000 Honigbienen benötigt.

Das als Kontrast zu einem Bild aus China, in denen Menschen in Bäumen  versuchen mit Handbestäubung die fehlenden Insekten zu ersetzen.

Aus der Darstellung der verschiedensten Ursachen ergab sich für den Vortragenden vielfältige, sofort greifende für die Insekten nützliche Handlungsanweisungen.

Die Gestaltung naturnaher Gärten – in der BRD immerhin ein Potential von 1 Mio Hektar – wurde als eines der vielen Beispiele besonders herausgestellt.

Die meisten der Umweltprobleme werden durch Menschen verursacht. Also muss sich das Verhalten der Menschen, ihre Lebensweise ändern. Dass schon kleine Änderungen menschlicher Gewohnheiten helfen, zeigt sich u.a. am Verzicht auf versteinerte Vorgärten.

Bernd Remelius hat den ca. 30 Teilnehmern die ganze Komplexität des Phänomens „Verschwinden der Insekten“ in einprägsamer Weise zur Nachbesinnung veranschaulicht.

In seiner unten angefügten und um aktivierte Links ergänzten „Tipp-, Literatur- und Linkliste“ stellt er uns einen umfassenden Katalog zum Selbststudium zur Verfügung.

H. Wünnenberg

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Vortrag „By, bye Insekten?“ – weiterführende Tipps, Literatur und interessante Links ( zum Vortrag von Bernd Remelius, NABU Eisenberg/Leiningerland, 26.2.2019 bei Bach und Baum e.V. Obersülzen )

Allgemeines

  Wildbienenschutz – umfassende Praxisinformationen über Wildbienen

Bereich Landwirtschaft

  • F.R.A.N.Z-Projekt – Projekt der Umweltstiftung Wilhelm Otto und des 
  • Deutscher Bauernverband  e.V.

   

Bereich „Öffentliches Grün“

  • Eh-Da-Flächen ( hier insbesondere der Leitfaden zur praktischen Umsetzung )

Bereich „Gärten“

  •   Seite NATURGARTENFREUDE  ( u.a. viele Infos zu Wildbienen, Nisthilfen, Bezugsquellen )

Praxisnahe Bücher (insbesondere für naturnahes Gärtnern)

Grundsatz: möglichst viele einheimische Blütenpflanzen, weil die heimischen Insekten daran am besten angepasst sind!

  • Reinhard Witt, Natur und Garten, 2015
    • Bezugsquelle: Buchshop Reinhard Witt
      • Sehr zu empfehlen! Viele praktische Tipps und Anleitungen für den Bereich Naturgarten.
  • Reinhard Witt, Das Wildpflanzen Topfbuch, 2017
  • Lugerbauer, Katrin, Bienenfreundlich gärtnern (Pflanzideen für alle Standorte, 2017
        • BLV-Verlag
  • Boomgaarden/Oftring/Ollig, Natur sucht Garten, 2011, Ulmer Verlag (naturnahes Gärtnern)
  • Elke Schwarzer, Mein Bienengarten, 2017, Ulmer Verlag
  • Ursula Kopp, Die schönsten Pflanzen für Bienen Hummeln, Bassermann-Verlag

Bezugsquellen für einheimische Wildpflanzen bzw. deren Samen (Auswahl)

  • https://www.rieger-hofmann.de (mit vielen Praxistipps unter der Rubrik „Wissenswertes“ sowie detaillierte Aussaatanleitungen unter „Service“

Vortrag zum Insektenschwund                NABU Eisenberg/Leiningerland


 

Liste als PDF hier

Tipps, Literatur, Links – Vortrag- Remelius

Kriegseinsatz gegen die Natur kurz vor dem jährlichen Waffenstillstandsgebot in Obersülzen am Landgraben

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Bericht über die jüngsten Eingriffe am Landgraben

PDF 45,2 MB öffnet sich in neuem Fenster.

 

In der Bildzusammenstellung (Bilder: F. Sauer) zum ehemaligen Vogelparadies sitzt der Pirol. wenn man genau hinsieht, in seinem Nest.

Der darunter befindliche Buntspecht steht noch einmal für die ornithologische Vielfalt dieses Gebietes.

Alles wird gut, Greta

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Soviel Natur war noch nie! Und das alles in einer Tageszeitungsausgabe!

Peter Wohlleben, der „Waldmensch“, bekommt ein Personality-Magazin, in dem er „Phänomene der Tier- und Pflanzenwelt, verständlich, gehaltvoll und unterhaltsam“ erklären soll – Startbeginn Frühjahr 2019.

Bereits 2016 war eine starke Dreier-Frauengruppe unserer kleinen Naturschutzvereinigung „Bach und Baum Obersülzen“ beim „Waldmenschen“ vor Ort.

Der Bereich „Wald“ ist also durch Peter Wohlleben kompetent und wirksam abgedeckt.

Eine Wüste in Ägypten soll ein blühender Sehnsuchtsort werden.

Und dazu noch ein Hinweis auf SPEKTRUM.DE mit dem Thema „Mit grünen Oasen gegen die Wüste.“

Aus der Einsicht, dass in sich langsam verwüstenden Landstrichen das Pflanzen von Bäumen zwar nicht grundsätzlich falsch, aber letztlich nicht zielführend ist, kommt der in dem Artikel sehr spannend geschilderten Entdeckung von Tony Rinaudo, einem australischen Missionar in Niger, eine große Bedeutung zu. Rinaudo entdeckte, dass es dort Millionen von Stümpfen gefällter Bäume gibt, die noch über ein intaktes Wurzelwerk verfügen – ein unsichtbarer Wald unter der Erde. Die Ergebnisse seiner Kämpfe um die „Hebung“ und Nutzung dieses unterirdischen Waldes gegen eine von den Kolonialmächten überkommene baumfeindliche Mentalität und gegen die Traditionen der einheimischen Bevölkerung lassen sich inzwischen auf Satellitenbildern bewundern.

Was unseren kleinen Ort Obersülzen anbelangt, verfügen auch wir – und das inmitten einer voll agrarisch genutzten Kultursteppe – durchaus über einige ökologisch wertvolle Hotspots.

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Bereits 1986 wurde die berühmten Obersülzer Wurzelkläranlage – ein Novum der Abfallwasserklärung auch in Deutschland – vom damaligen Umweltminister Töpfer eingeweiht.

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Nun gut – viel ist davon nicht übrig geblieben als eine Brennnesselproduktionsanlage, mit der die Verbandsgemeinde wohl nichts anzufangen weiß. Immerhin ist sie inzwischen die Schutzzone für ein Sprung Rehe.

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In jahrzehntelanger Arbeit hat Ulrich Heinze eigeninitiativ entlang des östlichen Landgrabens ein wahres Amazonien geschaffen.

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Die Renaturierung des Landgrabens 2008 war eine sinnvolle Investition in die Restnatur von Obersülzen.

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Während wir mit angemessener Ruhe – aber nicht zufrieden – zurückgelehnt auf die tagesaktuellen globalen und lokalen aufbauenden Bemühungen in unserer Umwelt blicken, werden wir von einer Meldung der lokalen Presse geschockt.

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Unsere Nachbarstadt Grünstadt hat für ihr hektargroßes Neubaugebiet die Anlage von Schottergärten verboten.

Schottergärten? Die sind doch auch in unserem Neubaugebiet zunehmend entstanden. Da sind doch die Wegpunkte, in denen uns Unbehagen überkommt, aber wo wir uns letztlich sagen: „Die Geschmäcker sind halt verschieden.“ Ein ästhetisches Problem also?

Schnell googeln: 

Stichwort: Schottergärten. = 35.700 Ergebnisse

Stichwort: Schotterwüsten =   8.370 Ergebnisse

Da scheint bei diesem Thema einiges los zu sein – und das fast überall:

Bottrop, Paderborn, Hagen, Wuppertal, Papenburg, Olten in der Schweiz und und und … und jetzt noch Grünstadt.

Es gibt Preise für die schönsten „Gärten des Grauens“ – den TerrorGardeningAward.

Dem Ort Hörstel (könnte auch jeder andere Ort sein, so ist ausdrücklich vermerkt) wurde – initiiert durch den Biologen Ulf Soltau – von einer sachkundigen Jury ein Preis für die schönsten „Gärten des Grauens“ verliehen und diese Auszeichnung so begründet:

„Stadt Hörstel, 1991 noch Gewinner der Goldmedaillen im Bundeswettbewerb `Unser Dorf soll schöner werden ` beweist … mit viel Engagement und Gestaltungswillen, wie man seine Auszeichnung würdigt und verteidigt. Einladend saubere Leerflächen motivieren heute zum Verweilen und zum sozialen Austausch mit Einheimischen (die man unkompliziert mit einem Büschel Unkraut aus ihren Häusern lockt). Störender Igelkot, nervtötendes Grillengezirpe und Vogelgezwitscher sind dabei glücklicherweise auf ein Minimum reduziert .“

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Auf YouTube gibt es einen Lobgesang auf den „Schottergärtner“.

Die „Allgemeine Zeitung Mainz“ äußert sich zu „Keine Schottergärten – mehr Grün auf Dächern“

Die „Bildzeitung“ : „Im Saarland gibt es immer mehr Steinwüsten“ –

Und der „SR“ strahlte eine Sendung aus: „Vorhof des Grauens – Braucht es Steinwüsten in deutschen Vorgärten?

Da scheint sich eine energische Front gegen die zunehmende „pflegeleichte“ Wüstenbildung durch Schotter aufzubauen. Und da so ein Phänomen nicht nur ein ästhetisches ist, sondern auch ein eminent ökologisches, ändern Gemeinden einfach ihre Bauordnungen.

Können die Gemeinden das einfach? Das scheint ein weites Feld zu sein, denn in der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO) vom 24.11.1998 findet sich nur ein dürres Paragräphlein:

§ 10

Höhenlage, Abfall- und Wertstoffbehälter, nicht überbaute Flächen

(4) Nicht überbaute Flächen bebauter Grundstücke sollen begrünt werden, soweit sie nicht für eine zulässige Nutzung benötigt werden. Befestigungen, die die Wasserdurchlässigkeit des Bodens wesentlich beschränken, sind nur zulässig, soweit ihre Zweckbestimmung dies erfordert.

… mal ganz abgesehen vom doch wohl gewichtigeren Grundgesetz-Artikel 14(2):

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Aber da betreten wir nun ein sehr sehr weites Feld.

Graue Schottersteine aus Indien und China – davon kann ganz sicher ausgegangen werden – sind nicht unbedingt Freudentrigger für`s Gemüt; sie spiegeln eher depressive Grundstimmungen und sind Indiz für individuelle Reinlichkeitszwänge.

Sie heizen das Mikroklima des Ortes ein, haben keinerlei Bedeutung für Pflanzenarten, Insekten, Vögel, Menschen.

Sie sind unzulässig, wenn sie auf mit Folie versiegelten, wasserundurchlässigen Flächen ruhen, siehe LBauO, § 10 (4).

Schottergärten bedürfen ab dem 3. Antilebensjahr liebevoller (paranoider?) Aufmerksamkeit. Da Leben sich nicht unterkriegen lässt, wird es erst langsam, dann immer intensiver zwischen all den indischen und chinesischen Steinen hervorlugen, dann -krabbeln – und spätestens dann wird`s arbeitsintensiv. Es sein denn, man wehrt sich mit der Giftspritze, die verboten ist, gegen all das keimende Leben – und dann ist man als Besitzer eines so schönen Steinhaufens nun gar kein ordentlicher Bürger mehr – was argumentativ schwer zu halten ist, wenn man sich all die „pflegeintensiven“ hektargroßen plastifizierten Spargelflächen in der Obersülzer Gemarkung ins Bewusstsein ruft. What shall`s!

Terrorgefahr besteht, wenn nächtens bei Nieselregen ein unordentlicher Bürger handweise Wildkräuter und anderes Samengedöns unauffällig auf indisches und chinesisches Steingut herabrieseln lässt.

Nun ist es ja nicht so, dass wir´s als kleine lokale Naturschutzgruppe bei all diesen negativen Einwänden und Schmutzeleien bewenden lassen. Wir stellen gern unsere Expertise kostenlos zur Verfügung für jedweden ökologischen Fortschritt in unserem kleinen Dorf Obersülzen – der kleinen „Perle der Unterhardt“.

Wie zu hören ist, soll unser Dorfgemeinschaftshaus um-, an-, zwischengebaut werden. 

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Vielleicht wirkt es ein wenig bemüht, dass wir zurück ins Altertum gehen und die schon damals Aufsehen erregenden und bis heute staunenswerten hängenden Gärten der Semiramis erwähnen, aber als kleine Vorstellungshilfe hätten wir sie doch gern platziert.

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In allen Weltstädten, die auf ökologische Zeichen setzen wollen, gibt es inzwischen die begrünten Fassaden – in Paris, in Barcelona, Reykjavik …

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… Wohlgefühloasen für tausende Bewohner.

Nehmen wir doch mal dieses Versprechen in ernsthaftes Erwägen: Hydrokultur – automatisch bewässert, pflegeleicht … große Ausblicke: Pflanzsysteme in Stadt- Freiland- Gebäudebegrünungen. Nehmen wir doch diese Werbung zur Kenntnis – und träumen mal ein wenig.

Und für unser Dorfgemeinschaftshaus könnte dann – andere Lösungen sind denkbar – so etwas herauskommen.

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Man stelle sich nur einmal vor, welche Marketingeffekte sich für unser Dorf durch so eine Maßnahme erzielen lassen. 

Jeder, der unser Dorf im Auto befährt wird die 30-km-Zone nicht nur beachten, er wird stehen bleiben, sich erfreuen, sein Erlebnis verbreiten und so immer fort … (ab hier kann jeder weiterspinnen).

Greta, bis es soweit ist – bleib sitzen!

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