Im Juni den Schwirrflug der Libellen bewundern

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Wer im Juni am Landgraben entlang geht, ist überrascht von der Vielzahl von Libellen, die in Bachnähe aber auch im Wiesengelände umher schwirren. 

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Ihr schwirrender Flug ist für das Auge kaum wahrnehmbar. Die Flugkünste von Libellen sind atemberaubend. Sie können extrem schnell beschleunigen, aus vollem Flug abbremsen und plötzlich die Richtung ändern. Ihre Flugkünste ähneln mehr einem Hubschrauber als einem Flugzeug. Sie zu fotografieren ist  extrem schwierig. Wer es versuchen will, ist darauf angewiesen, den Moment abzupassen, wenn sich die Libelle einmal nieder lässt. Friedel Sauer ist das im letzten Jahr bei einer  gebänderten Prachtlibelle (Calopterix splendens) gelungen:

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Die Gebänderte Prachtlibelle ist die häufigste Art, die am Landgraben vorkommt. Sie benötigt zur Vermehrung Unterwasservegetation, die auch aus dem Wasser herausragt. Dass deshalb  z.B. am Sausenheimer Graben vor der Unterquerung der Hauptstraße keine Libellenfauna möglich ist, versteht sich daher von selbst. Allzu gründliche Reinigungen der Gewässer (Ausbaggern!) verhindern das Aufkommen von Libellen. 

Von den etwa 85 Libellenarten, die in Deutschland vorkommen, konnten wir am Landgraben 2018 außer der Gebänderten Prachtlibelle noch 3 weitere Arten feststellen  (BLOG 24.6.2018: Geotag der Artenvielfalt in Obersülzen). Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) und der Südliche Blaupfeil  (Orthetrum brunneum) konnten damals von Teilnehmern fotografiert werden (siehe BLOG). Außerdem bestimmten die Teilnehmer noch die  Große Königslibelle (Ana imperator):

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Quartl CC BY 3.0 (Wikipedia)

Bei einer durch das Landesamt für Umwelt durchgeführten amtlichen Gewässergüteuntersuchung im Jahr 2012 wurde neben der Larve der Gebänderten Prachtlibelle auch eine Larve des Spitzenflecks  (Libellula fulva) gefunden.

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Christian Fischer CC BY-SA 3.0 (Wikipedia)

Alle Libellenarten stehen unter Naturschutz.

Bei der letzten Untersuchung  (2017) war dies nicht mehr der Fall. Der Landgraben  verfehlt  immer noch, wie  alle anderen Bäche in der Vorderpfalz  die von der EU vorgegebenen Gewässergütekriterien. Hoffen wir, dass das beabsichtigte Gefahrgutreinigungslager in Grünstadt sich nicht auf die Wassergüte des Landgrabens auswirkt und der Landgraben eine Oase in der Folienwüste des Spargelanbaus bleibt.

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F. Sauer

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B. Haas

Text: B. Haas

 

Nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen?

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So froh uns der mit Macht einsetzende Frühling auch stimmt, so unfroh verbleibt in unserem Kurzzeitgedächtnis der brachiale Verwüstungsschlag am Landgraben vom Februar dieses Jahres zurück, der viele Menschen im Dorf – so hört man`s „uff de Gass`“ – entsetzt hat.

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Dass unsere beiden örtlichen Mandatsträger diese Maßnahme in Auftrag gegeben haben und sie alle zwei Jahre in Zukunft wiederholen wollen, haben sie inzwischen verlautbart. Wer diese Maßnahme nun ausgeführt hat, bleibt jedoch im Dunkeln.

Uns geht es nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Wir wollen nur sicherstellen, dass dieser Jemand nicht noch einmal gegen

  • das Landesnaturschutzgesetz,
  • alle Grundsätze der „Unterhaltungspflege nach DIN 18919“,
  • die Vereinbarung (LBM, VG, Untere Landespflegebehörde) vom  22.11.2010 nach    der der Gewässerzweckverband-Isenach für die Mahd und die Gehölzpflege des Landgrabens zuständig ist,

verstoßen kann.

In diesem Sinne haben wir uns an die dafür zuständigen Stellen gewandt mit der Bitte um Stellungnahme – bisher mit folgendem Ergebnis:

Datum an              Behörde                                                Antwort

19.2.19                    VG Grünstadt /Tolkendorf                                    0

4.3.19+19.3.19       Verbandsbürgermeister Rüttger /

                                 schriftlich mit Unterlagen                                    0

19.2.19+21.2.19.    Kreis Bad Dürkheim                                               0

18.2.19+21.2.1.      Struktur- u. Genehmigungsdirektion Süd

                                 Neustadt – Referat 34                                              0

19.2.19+21.2.19.    Gewässerzweckverband-Isenach                        0

Selbst wenn berücksichtigt werden muss, dass die mit diesem Sachverhalt befassten Herren – es sind ja meist Herren – viel viel Arbeit haben, ist die Zeit vom 18.2.2019 bis heute für die Beantwortung unserer Fragen und Einwände doch reichlich bemessen. 

Fast könnte dieser Eindruck entstehen:

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Aber da alle mit diesen Sachverhalten befassten Herren des zuständigen öffentlichen Dienstes gemäß ihrer Verpflichtung und sogar ihrem Amtseid nach Recht und Gesetz ihren Dienst tun, muss diesem Eindruck natürlich energisch widersprochen werden.

Es ist schlicht undenkbar, dass unsereins sich in unserem perfekt durchorganisierten Verwaltungsstaat, um simple Auskünfte über behördliche Maßnahmen zu erhalten, an den Bürgerbeauftragten wenden oder gar eine Strafanzeige wegen massiven Verstosses gegen das Landesnaturschutzgesetz  erstatten muss.

Kriegseinsatz gegen die Natur am Landgraben (2)

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Seitdem wir am 18. Februar 2019 ( hier ) die Verwüstungen am Landgraben aufzeigten und die Rheinpfalz (Unterhaardter Rundschau) am 7.3.2019 berichtete, haben sich nicht wesentlich neue Information ergeben. 

Wir wissen zwar (unsere Anfragen an obere, untere Naturschutzbehörde und die VG sind noch nicht beantwortet), dass unsere örtlichen Mandatsträger die Schreddermaßnahmen entlang dieses seit mindestens 15 Jahren unberührten Stückes Natur am Landgraben verantworten, über die Ausführung nicht glücklich sind, aber auf die mildtätige Natur hoffen, die diese Schäden in ein paar Wochen mit Grün überdecken werden. Sie sehen es aber als notwendig an, die Aktion alle zwei Jahre zu wiederholen. Nach 15jährigen Dornröschenschlaf soll dieses Stück Landgraben alle zwei Jahre wieder so aussehen wie jetzt? Im übrigen habe man keine Zeit und Geld mit Motor- und Handsäge diese Arbeit zu erledigen. Wer diese „Arbeit“ der Zerstörung vorgenommen hat, bleibt weiter im Dunkeln.

Eine Begründung, die auf gesetzlichen Vorschriften von Bundes-, bzw. Landesnaturschutz-Gesetz, den Vorschriften für die Unterhaltungspflege nach DIN 18919 oder auf einem etwa vorhandenen Pflegeplan beruht, wird nicht gegeben.

Die Metapher vom „Kriegseinsatz gegen die Natur“ (nicht „Kriegsführung“ – genaues Lesen muss schon sein) trifft in diesem Zusammenhang schon zu.

Frieden ist die Abwesenheit von Gewalt. Im Umkehrschluss bedeutet das doch, dass jemand, einfach weil er die Macht hat, Gewalt gegen jemanden einsetzt, der sich nicht wehren kann, eine im weitesten Sinn kriegerische Handlung vollzieht.

Das ist auf dem Pausenhof so, wo sich der Schulschläger, weil er dicke Muskeln hat und sich einer Gruppe Mitschläger versichern kann, nicht anders als im geopolitischen Rahmen, wo ein Staat – einfach, weil er die Machtmittel besitzt – schwächere Staaten mit Krieg überzieht und das als notwendigen Kampf für die Menschenrechte bezeichnet.

Weil die Natur – im zur Debatte stehenden Landgraben mit seinen von Ulrich Heinze gesetzten Erlenbeständen – machtlos ist gegen die Maschinengewalt von Menschen, denen für ihr Tun angeblich Geld und Zeit fehlen, wird sie in Schutz genommen vom Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutz – BNatSchG) und für uns in Rheinland-Pfalz vom Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) v. 2015.

Zu „Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege“  (§1) im LNatuSchG heißt es:

  1. Naturschutz verpflichtet Staat und Gesellschaft. Das Land sowie alle Personen und Einrichtungen des öffentlichen Rechts wirken darauf hin, eigene und von Dritten überlassene Grundstücke im Sinne der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542) in der jeweils geltenden Fassung zu bewirtschaften und den Flächenverbrauch zu minimieren. Die öffentliche Zweckbindung eines Grundstücks bleibt davon unberührt. Die Verwirklichung der Ziele umfasst auch, dauerhafte Schäden an Natur und Landschaft zu vermeiden und, soweit unvermeidbar, möglichst gering zu halten und bei der Beseitigung von entstandenen Schäden das Verursacherprinzip zu beachten.

Im BNatSchG (§39) wird ausdrücklich auf den Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen hingewiesen:

(1) Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,

(2) wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,

(3) Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Das sind – sollte man meinen – gesetzliche, mühsam in einen allgemeinen Konsens erarbeitete Aussagen, die nach einem langen Gesetzentwicklungs- und -gebungsprozess Gültigkeit für die Gemeinschaft und damit auch für jeden Mandatsträger haben, der in diesen Zusammenhängen tätig wird – zumal er auf diese Gesetze vereidigt wurde.

Diese ganze unsägliche Geschichte der stupiden Eingriffe in die Natur ist uralt. Sie verfolgt uns seit Jahren. Wir zitieren mal aus unserem BLOG vom 27.2.2016:

„In unseren ökologisch rauen Gefilden sind wir`s gewohnt, dass Hecken- und Sträucherwerk entlang von Wegen gegen Februar mit Maschinengewalt zerhauen, gestutzt und geschreddert wird. Wir müssen zusehen, dass mit Kräutern, Gras und Blumen bewachsene „Betriebsgelände“ nach einem „Pflegeplan“ zweimal im Jahr ratzekahl kahl gemäht werden. Manchmal werden gesunde Bäume gefällt, manchmal verschwindet eine mit Steuergeldern bezahlte Streuobstwiese. All das natürlich aus bürokratisch gehärtetem guten Willen, aus Sicherheitsgründen und zur Verkehrssicherheit für überdimensionierte Traktoren und Vollernter – also zu unser aller Wohl: Wir haben`s nun einmal gern reinlich und bequem.“ – und kostengünstig.

Seit über 10 Jahren machen wir in diesem zu Debatte stehenden Gebiet am Landgraben fast jedes Jahr eine vogelkundliche Wanderung. Jedesmal wurde von den führenden Ornithologen der Reichtum und die Vielfalt der Vogelwelt nachgewiesen. Was HIER und HIER und auch HIER nachzulesen ist.

Man muss als Mandatsträger nun nicht unbedingt wissen, dass die Schweizer, was das Wesen, Befindlichkeit und angemessene Pflege von öffentlichen Pflanzen etwas weiter sind als wir – was wir bereits 2013 in unserem BLOG HIER ausführlich beschrieben haben.

Die Schweizer spinnen nicht, wenn sie – den Pflanzen – ausdrücklich Rechte zugestehen, weil die Pflanzen

  • Lebewesen sind,
  • den Tieren und uns verwandt sind, weil sie den langen Weg der Evolution bereits vor uns und mit uns gingen, sie stammen aus dem gleichen Zellmaterial der Urevolution,
  • eine eigene, sehr langsame Lebensform mit eigener Empfindungsebene bilden
  • und sie deshalb in unserer Welt eigene Anspruchsrechte haben.

Etwas von diesem Geist ist auch in unsere Naturschutzgesetze eingegangen. Das ist keine grüne Spinnerei, das beruht auf harten Ergebnissen der BioWissenschaften – und lässt sich bei Bedarf gern nachweisen.

Jeder Mandatsträger, der sich befugt fühlt, Maßnahmen in diesem alle Pflegemaßnahmen sprengenden Rahmen  zu verantworten und durchzuführen, muss jedoch grundsätzlich über seine Zuständigkeiten informiert sein.

Die Pflege des Uferstreifens mit den von Ulrich Heinze in jahrzehntelanger Arbeit gepflanzten Erlen fällt nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Der Gewässerschutzzweckverband in Lambsheim hat das bisher in diskreter Weise selbst besorgt. Weshalb Angehörige des Arbeitstrupps dieses Zweckverbandes, in der letzte Woche – vielleicht auf unsere Intervention hin? – nach dem Rechten schauten, und sich erstaunt zeigten über die angestellten Verwüstungen, deren Ergebnisse teilweise im Landgraben landeten und von ihnen mit Gabeln herausgeholt und am Uferstreifen niedergelegt wurden mussten.

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Auch der Zugriff auf die dem Landgraben gegenüberliegende private Seite ist strittig. Als der hinter dem Zaun liegende Obsthof gegründet wurde, ist der Zaun nach innen  auf das Grundstück zurückgezogen worden, damit vor ihm – also zum Weg hin – eine Reihe von Haseln, Wildkirschen u.a. gepflanzt werden konnte. Wenn das so ist – und die Verlaufslinie zwischen den Grenzsteinen könnte das vielleicht bestätigen -, dann wäre mit dem zur Debatte stehenden Maschineneinsatz private Anpflanzungen beschädigt worden.

Das Argument, dass die im Weg befindlichen Revisionsschächte der Abwasserrohre zum Pumpwerk östlich des Weges frei bleiben müssten, galt mindestens 10 Jahre nicht. Jedes zur Revision notwendige Fahrzeug hatte vorher ungehinderten Zugang und kein Landwirt hat diesen Weg je benutzt, weil er schlicht zu keinem Feld führt.

Also – die Begründungen der Mandatsträger für die von ihnen als notwendig betrachteten maschinellen Eingriffe stehen bisher auf nicht nachvollziehbarem Grunde.

Dieser Landgrabenabschnitt fällt unter „Unterhaltungspflege nach DIN 18919“, in der die Vegetationstechnik im Landschaftsbau grundgelegt und die Instandhaltungsleistungen für die Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation (Entwicklungs- und Unterhaltungspflege) ausführlich – und mit  Sicherheit orientiert an den Normen des BNatSchGesetzes – beschrieben und die also für öffentliche Maßnahmen ebenfalls bindend sind.

Wir als kleine Obersülzer Naturschutzgruppe Bach und Baum e.V. wollen niemand an den Pranger stellen.

Wir wollen nur, dass dieser völlig unnötige Eingriff in die Natur dieses Stückes Landgraben in Zukunft unterbleibt.

Wir wollen einen verbindlichen Pflegeplan, um einen etwaigen schonenden Beschnitt nach dem für zertifizierte Landschaftsgärtner entsprechend des BNatSchG aufgestellten Anforderungskataloges für die Unterhaltungspflegestufe dieses Habitates zu garantieren.

Wir wollen ihn deshalb verbindlich, weil unsere kleine „Naturschutzgruppe Bach und Baum e.V. Obersülzen“ gewissermaßen ein gebranntes Kind ist.

Vor Jahren musste die mit dichtem Schilf bewachsene Schilfkläranlage aufgegeben werden. Wir wollten das ökologisch wertvolle etwa 1/2 ha große Schilffeld erhalten wissen. In einer öffentlichen Bürgerversammlung wurde uns vom damaligen verantwortlichen Mandatsträger Niederhöfer versprochen, die dafür notwendige Bewässerung zu garantieren. Wir sollten ihm vertrauen, unsere Forderung nach einer schriftlichen Zusicherung sei doch deshalb nicht nötig.

Kein Tropfen Wasser – man ahnt es schon – ist in das wertvolle Schilffeld geflossen. Inzwischen ist es verschwunden und hat einer Brennnesselsteppe Platz gemacht, in dem ein Sprung Rehe ab und zu Unterschlupf finden kann.

2015 wurde gegen alles Recht eine Streuobstwiese südlich des Landgrabens mit einem Bagger zugunsten von ein paar kleinsten Bauplätzen abgeräumt. Auch damals will es niemand gewesen sein, der dem Baggerfahrer den Auftrag gegeben hat.

(Ganz nebenbei: Bis heute – seit 2015! – wird von uns moniert, dass noch immer einige der unrechtmäßig mit dem Bagger abgeräumten – später ersatzpflichtigen, aber nicht angegangenen – Bäume der Streuobstwiese nicht angepflanzt wurden. Die untere Naturschutzbehörde – so heißt es – ist bemüht.)

Und nun dieses Abholzen des Uferbewuchses und der damit verbundenen Zerstörung von 4 Meter hohen Erlen, die Ulrich Heinze vor Jahren gesetzt hat. Hinzu kommt die Zerschlägelung des Bewuchses mit Haseln, Wildkirschen u.a. auf oder an privatem Gelände auf der Nordseite des Weges.

Auch in Obersülzen stirbt die Hoffnung zuletzt – die Hoffnung, dass jahrzehntelanges Bachpaten-Engagement nicht weiter zerstört und andere Restbestände an Natur pfleglich – wie in den Naturschutzgesetzen vorgesehen – behandelt werden.

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Nestputzen in Obersülzer Parklandschaft

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Später als in den vergangenen Jahren kontrollierten wir unsere Nistkästen in dem privaten Park am Karlbacher Weg.  Der frühere Eigentümer ist im vergangenen Jahr im Alter von 95 Jahren verstorben. Mit den neuen Eigentümern konnten wir  die traditionelle Kontrolle, Reinigung und Pflege unserer 10 Nistkästen fortsetzen.

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( Zu den Kontrollen der vergangenen Jahre: HIER 2013  HIER 2014. HIER 2015 HIER 2017 HIER 2018 )

In dieser schönen  Parklandschaft befinden sich  Teiche, die von mancherlei Wasservögeln besucht werden (Reiher, Nilgänse, Enten, Rallen), wie uns der Eigentümer berichtete. Sie „besuchen“ dort  Fische und Amphibien  und tun sich an ihnen gütlich.

Wie in den vergangenen Jahren waren die Nistkästen nur teilweise von Vögeln belegt. Federn wiesen auf Rotschwanz und Meisen hin. Moosnester zeigen, dass sich auch Bilche darin wohl fühlten.

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Wir danken dem neuen Eigentümer-Ehepaar für ihr freundliches Willkommen und den überaus köstlichen Imbiss.

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Kriegseinsatz gegen die Natur kurz vor dem jährlichen Waffenstillstandsgebot in Obersülzen am Landgraben

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Bericht über die jüngsten Eingriffe am Landgraben

PDF 45,2 MB öffnet sich in neuem Fenster.

 

In der Bildzusammenstellung (Bilder: F. Sauer) zum ehemaligen Vogelparadies sitzt der Pirol. wenn man genau hinsieht, in seinem Nest.

Der darunter befindliche Buntspecht steht noch einmal für die ornithologische Vielfalt dieses Gebietes.

Wo sind die Obersülzer Frösche?

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Sind sie am Dorfbrunnen ?

Foto: Haas

Oder am Spielplatz?

Foto: Haas

Oder sind es die Einwohner, die als Frösche bezeichnet werden und die so stolz darauf sind, dass sie vor vielen Jahren einen Kerwewagen gestaltet haben?

Foto: Marsch

Dass die Obersülzer  als Frösche bezeichnet werden,  haben sie mit Einwohnern in Feuchtgebieten und an Bächen gemeinsam: Hohen-Sülzen, Beindersheim, Speyerdorf, Jockgrim u.a.. 

Aber lebendige Frösche in Obersülzen ?  

Wäre es denkbar, dass sich im Umfeld des renaturierten Landgrabens ein Lebensraum für Frösche entwickelt hat ? Die Vermutung könnte zutreffen, wenn nicht allzu weit entfernt Amphibien vorkommen:

Wir sind mit  Dr. Michael Leible am Landgraben gewesen. Er hat zugesagt, 2019 das Gebiet in seine Forschungen mit einzubeziehen. Vielleicht findet er die Frösche, denen die Obersülzer ihren Necknamen verdanken – den Teichfrosch (Wasserfrosch), wie er in einem privaten Teich in Obersülzen vorkommt.

Foto: Sauer

Oder den Grasfrosch – Lurch des Jahres 2018 – dessen Lebensraum der Landgraben sein könnte.

Richard Bartz, Munich aka Makro Freak/wikipedia/CC BY-SA 2.5

Zu  wünschen wäre es. Damit es auch wieder echte lebendige Frösche in einem gefährdeten Lebensraum gibt.

Text: Bernd Haas

GEO-Tag der Artenvielfalt 2018 in Obersülzen – mit NABU Eisenberg/Leininger-Land und Bach und Baum Obersülzen e.V.

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Jedes Jahr ruft das Magazin GEO am zweiten Juniwochenende zur Beteiligung am GEO-Tag der Artenvielfalt auf.

Ziel des GEO-Tages der Artenvielfalt ist eine Bestandsaufnahme unserer unmittelbaren Umwelt: Was wächst und gedeiht in der näheren Umgebung? 

Wenn man sich mit „Google Earth“ Obersülzen von oben anschaut, ist diese Frage zunächst fast nicht zu beantworten. Von Süden drängt`s die Gemüsebauern aus dem „Pfälzer Gartenparadies“ um Mutterstadt usw. auf die fruchtbaren Böden von Obersülzen mit Intensivgemüsekulturen – vor allem mit Spargel, der unter kilometerlangen Folientunneln zu genormten Turbostangen „gedeiht“ – zur Freude der nicht ortsansässigen Spargelerzeuger und der Verpächter Obersülzer Bodens.

Aber es gibt sie noch diese kleinen Streifen unmittelbarer Umwelt, auf denen es noch „kreucht und fleucht“: Neben dem seit zig Jahren von Ulrich Heinze initiierten und bepflanzten „amazonas ulricus“ rund um und entlang der aufgelassenen Wurzelkläranlage gibt es den Streifen renaturierten Landgrabens, der sich inzwischen mit Kleinfauna und -flora beachtlich angereichert hat.

Dort traf sich eine starke Gruppe beider Naturschutzvereine, um im Grasland und im Wasser des Landgrabens Arten zu suchen und zu bestimmen.

Die dafür nötigen Utensilien standen bereit.

Dem Spaziergänger, der sich entlang des Landgrabens bewegt, fällt in der Regel die Vielfalt und auch die Schönheit von Pflanzen und kleinem Getier nicht auf. Ein genaues Schauen schafft zunächst mal einen kleinen Überblick.

Um dann mit geschärften Sinnen die bewunderswerten Details wahrzunehmen.

Bilder: F. Sauer

Vom Gelbfelberich…

Bild: Bastian

… bis zum blühenden Labkraut, an dem eine braune Raupe klebte. Festgestellt wurde dann, dass es sich um die Raupe des Mittleren Weinschwärmers (Deilephila elpenor) handelt.

Erscheint es uns nicht immer wieder wie ein Wunder, diese Metamorphose von einem leckeren Proteinhappen für Vögel zum Weinschwärmer in seiner vollen Pracht und Größe (Flügelspannweite ca. 60 mm).

In dem 100 m langen Wiesenstück fanden sich noch viele Attraktionen.

So wurden allein 5 Arten von Heuschrecken entdeckt: Nachtigallgrashüpfer, Gemeiner Grashüpfer, Schwertschrecke, Rösels Beißschrecke und das sehr eindrucksvolle Grüne Heupferd.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Entdeckung von Faltern und Libellen – allein 20 Arten von Schmetterlingen wurden gesichtet und benannt.

Es blieb der mutigen Jugend überlassen, sich mit Gummistiefeln und Kescher in die Fluten des Landgrabens zu stürzen, um auch hier nach Lebewesen zu suchen, in Becherlupen zu stecken und zu benennen.

Auf 100 m Landgrabenlänge lässt sich das Leben in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt entdecken.

So wurden die Mühen des Suchens und Benennens reichlich belohnt.

 

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