In dieser scheußlichen, undurchsichtigen Coronazeit, in der unser aller Aktionsradius jäh eingeschränkt worden ist, will unser kleiner Naturschutzverein wenigstens virtuell ein kleines Fenster nach draußen öffnen.

Es gibt sie noch, die Menschen, die legitimiert sind, mit dem Hunde Obersülzen zu umkreisen, weil die sich noch um das Virus nicht zu scheren brauchen.

Wenn diese Menschen in den eiskalten Tagen der letzten Märzwoche – und dazu in aller Herrgottsfrühe – in der jeder von Corona Beeinträchtigte sich noch in sanftem Schlummer wiegt – mit wachem Auge durch die Feldwege spazieren, sehen sie erstaunliche, fast rätselhafte Dinge.

Und da auch für die Kinder aus Obersülzen die Schule ausfällt, sie damit also einer nervtötenden Langeweile ausgesetzt sind, stellen wir diese rätselhaften Dinge für sie hier aus, damit sich ihre reichlich vorhandene  Neugierde für eine kleine Zeitspanne entzünden kann.

(Das ist nebenbei auch als Service unserer kleinen Naturschutzgruppe für die Eltern gedacht.) 

Denn: 

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Wer hat in den späten Märztagen in Obersülzen solche Gebilde gesehen? Was kann das sein?

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Bild: Conny Wessa

Wenn man diese Erscheinung näher in Augenschein nimmt, dann wird auch noch nicht klar, um was es sich hier handelt.

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Bild: Conny Wessa

Hier lässt sich schon etwas erahnen. Aber vereiste Blüten im späten März? Das kann für diese doch nicht gut ausgehen.

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Bild: Conny Wessa

Wenn man das Auge der Kamera weiter öffnet, lässt sich zumindest der Ort dieser rätselhaften Erscheinung erkennen – eine Apfelplantage am südlichen Rand von Obersülzen.

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Bild: F. Sauer

Wozu im Frühling die Blüten einer Apfelplantage bei Frostgefahr beregnen?

2017, im April, ereignete sich für Obstbauern, die Äpfel, Kirschen und Wein anbauen, eine Naturkatastrophe. Bei einem plötzlichen Wintereinbruch erfroren alle frischen Kirsch-, Apfel- und Weinblüten. Die Bienen hatten keine Blüten mehr zum Bestäuben, die Obstbauern standen vor dem völligen Verlust ihrer Obstproduktion.

Um diesen Gefahren zu entgehen, werden Anlagen für die sehr teure Frostberegnung gebaut.

Hier wird eine Frostberegnungsanlage gezeigt:

Eine Frostberegnungsanlage besteht aus mehreren sogenannten Regnern, die über den Baumwipfeln der Obstbäume angebracht werden. Fallen die Temperaturen auf 0 °C bis 0,5 °C ab, setzen die Regner, ähnlich Rasensprengern, einen ständigen leichten Sprühregen über die Blüten der Obstbäume ab. Die Feuchtigkeit gefriert und bildet auf den Blüten eine Eisschicht. Durch die Abgabe von Wärme zum Zeitpunkt des Gefrierens des Wassers auf den Blüten kann die Temperatur unter der Eisschicht bei 0,5 °C gehalten werden – der Frostschutz-Effekt ist eingetreten.

Aber das haben euch, liebe Obersülzener Kinder, eure Väter sicher bereits erklärt.