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Jeden Tag können wir lesen, dass Katastrophen drohen: das Klima verändert sich rapide, die Vegetation wird weltweit großflächig ausgeräumt, Arten sterben aus, der Frieden ist ständig durch verrückte politische und ökonomische Machenschaften bedroht …. Wir hören das, wir beobachten das, wir fühlen unsere Ohnmacht. Viele dieser Probleme sind für unser Wissen, für unsere Erfahrung zu komplex.

Eines der Probleme, für jeden von uns gut zu beobachten und zu erfahren, ist das zunehmende Verschwinden der Insekten. Die Älteren von uns erinnern sich noch an die blutverschmierten Windschutzscheiben, die spätestens nach 300 km von den Tankwarten ( die gab es damals noch! ) gesäubert werden mussten.

Zu diesem Aspekt der Umweltveränderungen hatte unsere kleine Naturschutzgruppe zusammen mit der Gemeinde Obersülzen 

Bernd Remelius vom NABU Eisenberg/Leiningerland 

eingeladen zu seinem Vortrag 

„Bye, bye Insekten?“

Mit dem Fragezeichen am Thema wird sicher die Hoffnung ausgedrückt, dass die Insekten noch nicht ganz verschwunden sind.

Und so tritt Bernd Remelius in seinem Vortrag nicht wie ein weiterer Überbringer schlechter Nachrichten auf.

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Nach einem Einblick in die prächtige Vielfalt der Insekten wendet er sich der Frage zu, ob es tatsächlich ein Insektensterben gibt. Er zeigt die Ergebnisse von Untersuchungen auf, bei denen die Zahl 70 % eine auffällige Rolle spielt:

Bei der Erfassung flugaktiver Insekten durch den NABU BW ergab sich in Rückgang von 70 % in 24 Jahren; in den Isarauen wurden von den Wildbienen 70 % dezimiert – einige von vielen aufgezählten Beispielen des dokumentierten Schwundes an Insekten.

Die Beantwortung der Frage: „Was hat das alles mit uns zu tun?“ ergibt sich aus der Darstellung der ökologischen Zusammenhänge, in denen die Kreisläufe der Abhängigkeiten von Pflanzen, Insekten, Menschen aufgezeigt werden. Diese ökologischen Kreisläufe, in die sich die Insekten seit 400 Millionen Jahre eingefügt haben, wurden durch die Eingriffe des Menschen ( hienieden lediglich seit 300.000 Jahren anwesend ) in lediglich 200 Jahren in zunehmender Weise bedroht.

Ein Blick auf die natürliche Effizienz der Bestäubung durch Wildbienen gegenüber den Honigbienen wurde im Exkurs über die Wildbienen aufgezeigt. Um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben, werden lediglich 400 Mauerbienen, aber 40.000 Honigbienen benötigt.

Das als Kontrast zu einem Bild aus China, in denen Menschen in Bäumen  versuchen mit Handbestäubung die fehlenden Insekten zu ersetzen.

Aus der Darstellung der verschiedensten Ursachen ergab sich für den Vortragenden vielfältige, sofort greifende für die Insekten nützliche Handlungsanweisungen.

Die Gestaltung naturnaher Gärten – in der BRD immerhin ein Potential von 1 Mio Hektar – wurde als eines der vielen Beispiele besonders herausgestellt.

Die meisten der Umweltprobleme werden durch Menschen verursacht. Also muss sich das Verhalten der Menschen, ihre Lebensweise ändern. Dass schon kleine Änderungen menschlicher Gewohnheiten helfen, zeigt sich u.a. am Verzicht auf versteinerte Vorgärten.

Bernd Remelius hat den ca. 30 Teilnehmern die ganze Komplexität des Phänomens „Verschwinden der Insekten“ in einprägsamer Weise zur Nachbesinnung veranschaulicht.

In seiner unten angefügten und um aktivierte Links ergänzten „Tipp-, Literatur- und Linkliste“ stellt er uns einen umfassenden Katalog zum Selbststudium zur Verfügung.

H. Wünnenberg

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Vortrag „By, bye Insekten?“ – weiterführende Tipps, Literatur und interessante Links ( zum Vortrag von Bernd Remelius, NABU Eisenberg/Leiningerland, 26.2.2019 bei Bach und Baum e.V. Obersülzen )

Allgemeines

  Wildbienenschutz – umfassende Praxisinformationen über Wildbienen

Bereich Landwirtschaft

  • F.R.A.N.Z-Projekt – Projekt der Umweltstiftung Wilhelm Otto und des 
  • Deutscher Bauernverband  e.V.

   

Bereich „Öffentliches Grün“

  • Eh-Da-Flächen ( hier insbesondere der Leitfaden zur praktischen Umsetzung )

Bereich „Gärten“

  •   Seite NATURGARTENFREUDE  ( u.a. viele Infos zu Wildbienen, Nisthilfen, Bezugsquellen )

Praxisnahe Bücher (insbesondere für naturnahes Gärtnern)

Grundsatz: möglichst viele einheimische Blütenpflanzen, weil die heimischen Insekten daran am besten angepasst sind!

  • Reinhard Witt, Natur und Garten, 2015
    • Bezugsquelle: Buchshop Reinhard Witt
      • Sehr zu empfehlen! Viele praktische Tipps und Anleitungen für den Bereich Naturgarten.
  • Reinhard Witt, Das Wildpflanzen Topfbuch, 2017
  • Lugerbauer, Katrin, Bienenfreundlich gärtnern (Pflanzideen für alle Standorte, 2017
        • BLV-Verlag
  • Boomgaarden/Oftring/Ollig, Natur sucht Garten, 2011, Ulmer Verlag (naturnahes Gärtnern)
  • Elke Schwarzer, Mein Bienengarten, 2017, Ulmer Verlag
  • Ursula Kopp, Die schönsten Pflanzen für Bienen Hummeln, Bassermann-Verlag

Bezugsquellen für einheimische Wildpflanzen bzw. deren Samen (Auswahl)

  • https://www.rieger-hofmann.de (mit vielen Praxistipps unter der Rubrik „Wissenswertes“ sowie detaillierte Aussaatanleitungen unter „Service“

Vortrag zum Insektenschwund                NABU Eisenberg/Leiningerland


 

Liste als PDF hier

Tipps, Literatur, Links – Vortrag- Remelius