Beim alljährlich Ende September von  unserer Naturschutzgruppe für die Ortsgemeinde  gestalteten Seniorennachmittag gab es wie immer Kaffee und Kuchen und gute Gespräche unter allen Anwesenden.

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Im weiteren Programmteil berichtete Ulrich Heinze über das Schwalbenjahr in seiner Mehlschwalbenkolonie auf seinem Anwesen mit 263 Kunstnestern (größte Mehlschwalbenkolonie Deutschlands!) 

Die Nester  werden jährlich von ihm  gereinigt, weil sich  Parasiten ansiedeln, die Krankheiten verursachen können.  

Heinze

In der Natur bauen Schwalben jedes Jahr ein neues Nest.  2018 kamen  die ersten Trupps  am 7. April an. Anfangs  ist der Bruttrieb noch nicht so ausgeprägt, so dass manche Schwalben wieder weiter ziehen. Nach und nach kamen bis Mitte Mai weitere  Trupps  an. Gelegentlich kam es vor, dass Neuankömmlinge bereits brütende aus den Nestern heraus warfen. Belegte Nester erkennt Ulrich Heinze daran, dass Halme herausragen, weil die Schwalben vor der Eiablage die Nester auspolstern. So wurden rund 100 Nester belegt. 

Wenn Jungvögel geschlüpft sind, werfen die Altvögel  die Eierschalen heraus. Daran lässt sich der Bruterfolg messen.  Bei den Erstbruten schlüpften meist 5 bis 6 Junge, bei den Zweitbruten 3 bis 4.  Insgesamt sind 2018 rund  500 Jungvögel geschlüpft. 

Eine Schwalbenkolonie  lockt Feinde an,  vor allem Turmfalken, die vergrämt werden müssen. Auch Dohlen und Elstern versuchen, Eier aus den Nestern zu holen. 

Durch die  Sommerhitze  gab es in diesem Jahr  viele Fluginsekten, die für Schwalben die Hauptnahrung sind. (Als natürliche Schädlingsbekämpfer sind daher Schwalben  seit alters her beliebt.)   

Die letzte Brut dieses Jahres endete am 7. September.  Ob diese Jungen dann noch genügend entwickelt sind, um den weiten Flug zu überstehen, ist sehr fraglich.  

Vor dem Abflug sammeln sich die Vögel auf den Stromdrähten. Der Abflug erfolgt in einzelnen Gruppen. Auf dem Flug in den Süden lauern noch viele Gefahren. 

Bevor die Senioren sich  an neuem Wein und Zwiebelkuchen erfreuen konnten, galt es, noch ein Rätsel über das Neu-Obersülzen zu lösen.  Dazu machte  Bernd Haas  die folgenden Vorbemerkungen:

Wir, als Senioren, kennen Obersülzen, wie es früher war.  Vor 30 Jahren sah es in dem Gebiet zwischen Zollstock und Neuweg noch ganz anders aus: Wo jetzt der Dorfbrunnen ist, war der Garten Klingel. Nach Süden zu gab es  Äcker mit Obstbäumen bis hin zum Aussiedlerhof Benzinger. Dieser war von hohen Bäumen umsäumt, auf denen ein reges Vogelleben herrschte. Insbesondere der Pirol war dort häufiger Gast. Der Feldweg der zum Karlbacher Weg führte, war von Äckern umsäumt. Und vom Neuweg aus erreichte man den Sportplatz mit dem Budchen, der Dorfschänke.

Zwischen Zollstock und Neuweg gibt es jetzt drei Zwischenverbindungen: Der ehemalige Feldweg zwischen Anwesen Benzinger und Karlbacher Weg heißt jetzt „Hinter den Gärten“. Davon zweigt nach Süden in einem Bogen die Straße Neunmärkerei ab,  nach Norden ebenfalls bogenförmig auf dem Gelände des früheren Sportplatzes die Straße  „Alter Sportplatz“. 

An diesen 5 Straßen wurden  neue Wohnhäuser gebaut. Herr Bickel hat in den Anfangsjahren der Bautätigkeit bei  seinen täglichen Spaziergängen  im Neubaugebiet regen Kontakt mit den künftigen Eigentümern gehabt und ihnen zum Einzug nach alter Sitte Brot und Wein überreicht. Aber Herr Bickel ist schon lange verstorben.

Vor jedem neugebauten Haus sollte ein Vorgarten sein. Die Eigentümer haben das unterschiedlich vorgenommen:  Da gibt es bis 2 Meter hohe Thuja- und Kirschlorbeerhecken, die das Haus umgrenzen und den Einblick verwehren sollen. Andere haben Schottergärten angelegt, auf denen so gut wie keine Pflanzen zu finden sind und natürlich auch keine Schmetterlinge und Käfer anlocken. Das ist nicht nach jedermanns Geschmack . (Rege Anteilnahme bei den Senioren!)

 Es gibt aber auch Häuser, bei denen sich die Eigentümer bewusst sind, dass sie mit ihrem Vorgarten Menschen, die vorüber gehen erfreuen können und die selbst stolz darauf sind, eine wohnliche Umgebung zu haben. Ich habe in den fünf Straßen  insgesamt neun solcher Vorgärten fotografiert: Am Zollstock,  Hinter den Gärten, Neunmärkerei, Alter Sportplatz und Neuweg – und auf einem Rätselblatt dokumentiert. 

Wer dort spazieren gegangen ist, hat diese Häuser schon gesehen. Aber welches Haus steht in welcher Straße?   Das wird interessant sein, herauszufinden…..Also: Probiert es aus und versucht euer Glück. Auflösung erfolgt später.

Nach der Rätselrunde  wurde  den Fotos die entsprechenden Straßennamen,  Hausnummer und Namen der Eigentümer mitgeteilt. Dankbar nahmen die Anwesenden die ausgefüllten Blätter als Anregung mit, die Vorgärten aufzusuchen.. Wer wollte, konnte weitere Rätselblätter mitnehmen um Bekannte oder Angehörige rätseln zu lassen. 

Wer kennt sich aus in Neu-Obersülzen? (Auflösung)

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Die Häuser stehen in 5 verschiedenen Straßen:

Im Neuweg  (N)    1         Hinter den Gärten (HdG)  2         Neumärkerei (Nm)   3  Alter Sportplatz (AS)       2                    Am Zollstock  (Z)          1

Bitte neben den Zahlen die Buchstaben eintragen!  


 

Während abschließend neuer Wein und Zwiebelkuchen angeboten wurden, gab es bis zum Ende gegen 18 Uhr reichlich Gesprächsstoff, auch über bestehende oder nicht bestehende  Kontakte  zwischen den Neubürgern und den Senioren.

Text: Bernd Haas