Jedes Jahr ruft das Magazin GEO am zweiten Juniwochenende zur Beteiligung am GEO-Tag der Artenvielfalt auf.

Ziel des GEO-Tages der Artenvielfalt ist eine Bestandsaufnahme unserer unmittelbaren Umwelt: Was wächst und gedeiht in der näheren Umgebung? 

Wenn man sich mit „Google Earth“ Obersülzen von oben anschaut, ist diese Frage zunächst fast nicht zu beantworten. Von Süden drängt`s die Gemüsebauern aus dem „Pfälzer Gartenparadies“ um Mutterstadt usw. auf die fruchtbaren Böden von Obersülzen mit Intensivgemüsekulturen – vor allem mit Spargel, der unter kilometerlangen Folientunneln zu genormten Turbostangen „gedeiht“ – zur Freude der nicht ortsansässigen Spargelerzeuger und der Verpächter Obersülzer Bodens.

Aber es gibt sie noch diese kleinen Streifen unmittelbarer Umwelt, auf denen es noch „kreucht und fleucht“: Neben dem seit zig Jahren von Ulrich Heinze initiierten und bepflanzten „amazonas ulricus“ rund um und entlang der aufgelassenen Wurzelkläranlage gibt es den Streifen renaturierten Landgrabens, der sich inzwischen mit Kleinfauna und -flora beachtlich angereichert hat.

Dort traf sich eine starke Gruppe beider Naturschutzvereine, um im Grasland und im Wasser des Landgrabens Arten zu suchen und zu bestimmen.

Die dafür nötigen Utensilien standen bereit.

Dem Spaziergänger, der sich entlang des Landgrabens bewegt, fällt in der Regel die Vielfalt und auch die Schönheit von Pflanzen und kleinem Getier nicht auf. Ein genaues Schauen schafft zunächst mal einen kleinen Überblick.

Um dann mit geschärften Sinnen die bewunderswerten Details wahrzunehmen.

Bilder: F. Sauer

Vom Gelbfelberich…

Bild: Bastian

… bis zum blühenden Labkraut, an dem eine braune Raupe klebte. Festgestellt wurde dann, dass es sich um die Raupe des Mittleren Weinschwärmers (Deilephila elpenor) handelt.

Erscheint es uns nicht immer wieder wie ein Wunder, diese Metamorphose von einem leckeren Proteinhappen für Vögel zum Weinschwärmer in seiner vollen Pracht und Größe (Flügelspannweite ca. 60 mm).

In dem 100 m langen Wiesenstück fanden sich noch viele Attraktionen.

So wurden allein 5 Arten von Heuschrecken entdeckt: Nachtigallgrashüpfer, Gemeiner Grashüpfer, Schwertschrecke, Rösels Beißschrecke und das sehr eindrucksvolle Grüne Heupferd.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Entdeckung von Faltern und Libellen – allein 20 Arten von Schmetterlingen wurden gesichtet und benannt.

Es blieb der mutigen Jugend überlassen, sich mit Gummistiefeln und Kescher in die Fluten des Landgrabens zu stürzen, um auch hier nach Lebewesen zu suchen, in Becherlupen zu stecken und zu benennen.

Auf 100 m Landgrabenlänge lässt sich das Leben in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt entdecken.

So wurden die Mühen des Suchens und Benennens reichlich belohnt.