Immer um diese Jahreszeit erwacht unsere kleine Naturschutzgruppe aus dem Winterschlaf und macht sich an die Arbeit, die Nistkästen im Ort und am Landgraben zu säubern und die Anzeichen erfolgreicher Bebrütung zu dokumentieren.

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Zügig geht es von Nistkasten zu Nistkasten, beäugt von den Wächtern des Geländes.

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Je höher der Nistkasten, desto mühsamer die Besteigung und umso größer die Erwartung eines erfolgreichen Besatzes.

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Von Kasten zu Kasten wird die Enttäuschung größer. Nur einer ist von Amseln belegt worden. Fanden im letzten Jahr noch Blau-, Kohlmeisen und Amseln ihren Nistplatz in den Kästen, so hatte 2016 wohl dieser kauzige Geselle das gesamte Areal erobert und es sich mit seinen Genossen in den meisten Kästen gemütlich gemacht. Einen Gartenschläfer ertappen wir in flagranti. Blitzschnell springt er aus seinem moosigen Pfühl im Kasten zwei Meter herab und verschwindet im Gestrüpp – ohne fröhliches Pfeifen.

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Possierlich das Kerlchen mit dem wohlklingenden Namen Eliomys quercinus. Es soll, wenn es dunkel wird, durch die Gärten flitzen und dabei lustig vor sich hin pfeifen. Es frisst alles, leider auch die Eiergelege der Vögel – und das in unserem Falle anscheinend gründlich. Hier scheinen in großem Maße Zwangsräumungen von ihm und seinen Kumpanen vorgenommen worden zu sein sein.

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Man liest so schöne NABU-Empfehlungen, dass das Fressen und Gefressenwerden zum Alltag wild lebender Tiere gehöre und der Mensch in dieses sensible Gefüge möglichst nicht eingreifen soll.

Alles gut und schön – nur scheint sich das gesamte Vogelhabitat bei uns von Jahr zu Jahr mehr zu verkleinern, was niemanden verwundert, der einen Gang durch die Quadratkilometer weit mit Plastikfolie bedeckte und säuberlich von Unkraut „befreite“ Flur macht. Besenreine Flur bedeutet insektenfreie Flur.

Was passiert mit dem Boden, wenn er nach 10 Jahren intensiver Bespargelung ausgepowert ist und keinen Ertrag mehr bringt? Man kann sicher sein, dass die Agrarchemie auch für diese Fälle bis dahin neue für Tier und Mensch natürlich vollkommen ungefährliche Flüssigkeiten zur Regenerierung des Bodens bereit stellen kann.

Der Pferdenachbar Felix kann sich wohl auch keinen Reim auf das Verschwinden der Vögel machen.

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Bilder. H.Wünnenberg