… wenn sich einige vermummte Gestalten klandestin in Obersülzen treffen, unbemerkt trotz (oder wegen?) des kalten Regens an einem frühen Samstagmorgen, dann sollte doch aufgemerkt werden.

Wenn sie sich dann noch an diesem klaren aufrichtigen Hintergrund rasch vorbeidrücken, um keine Spuren zu hinterlassen,

02-Strukturen_Kirche

und über enge dunkle Stiegen hinauf huschend, in dunkelsten Dachkammern geräuschlos verschwinden, muss auch dem unbefangensten Bürger klar werden: Hier bleiben Fragen offen.

01.Treppe

Gründe zu fragen, gäbe es genug.

03.Magische_Reinigung

Versammeln sich hier verschwörerisch Menschen,

• um einem heidnischen Wettergötzen zu huldigen, weil Petrus offensichtlich seine Pflichten vernachlässigt und vergessen hat, die himmlischen Wasserhähne ordnungsgemäß zu schließen,

• um der lokalen Obrigkeit Glück und Segen bei der Suche nach ungenehmigten Bauanträgen zu erflehen oder gar das Gegenteil?

Stecken wir auf das Licht der Erkenntnis!

04.Leuchter

Wie in jedem Jahr wird von unserem kleinen Verein, der Turm der Kirche bestiegen, um auf dem Dachboden den Schleiereulenkasten zu sichten und zu reinigen.

Dieses Jahr erwartete uns eine gute Überraschung: Die Dohlen haben sich aus dem Kasten verzogen oder wurden von den Schleiereulen vertrieben. Im Kasten: keinerlei dohliges Hinterlassenschaftsgerümpel, sondern ordentlicher Eulenboden mit vielen Gewöllen, von denen noch eines feucht war. Offensichtlich hatte die Schleiereule wegen unseres Krachs schleunigst das Weite gesucht.

05.Eulennest

Die große Zahl der Gewölle lässt wohl auf einen Dauerwohnsitz schließen.

06.Speiballen_Gewoelle

Eulen verschlingen ihre Beute ganz oder in großen Stücken und haben wenig aggressive Verdauungssäfte, so dass Haare, Federn, Knochen und Insektenteile unverdaut übrig bleiben und aus dem Magen hochgewürgt und durch den Schnabel ausgespieen werden.

Eine ausgezeichnete Anleitung mit guten Informationen für die Untersuchung von Speiballen von Eulen findet sich hier (Naturama, Schweiz)

In einem benachbarten Haus ( keine 50 m Fluglinie) befindet sich ebenfalls ein besetzter Schleiereulenkasten. In den letzten Wochen fand in ihm ein reger Austausch zwischen zwei Schleiereulen statt. Ob eine der Eulen den Kirchenkasten belegt, konnte nicht geklärt werden.

Bilder: H. Wünnenberg