Manch ein Politiker will die Kavallerie zum Einmarsch in die Schweizer Bankenwelt bereithalten. Doch die Schweizer haben bereits in einem für uns relevanten Gebiet ihre Pferde gesattelt und sind los geritten.

Bereits 2005 haben die Schweizer einem fünfjährigen Moratorium gegen die kommerzielle Freisetzung genmanipulierter Pflanzen zugestimmt.

Als die eidgenössische Ethikkommission 2008 Pflanzen eine eigene Würde zusprach, erhob sich ein vielstimmiger Chor der Kritiker – mit Strophen von Spott ( „Die Würde der Kartoffel“) und Unverständnis („Verbot des Rasenmähens“) und  offener Ablehnung (Agrar-Chemie-Industrie).

In den „Rheinauer Thesen“ wird betont, dass Pflanzen, Tiere und Menschen die gleichen Wurzeln haben: In drei Milliarden Jahren Evolution von einzelligen Lebewesen zu einer riesigen Vielfalt von Lebensformen.

Florianne Koechlin – neben einer großen Gruppe von Fachwissenschaftlern eine der Initiatorinnen der „Rheinauer Thesen“ – schreibt in ihrem Buch „PflanzenPalaver“ spannende Geschichten über die Geheimnisse der botanischen Welt. Sie unterstützt sie durch einen vielseitigen Anmerkungsapparat, dem zu entnehmen ist, welcher Paradigmenwechsel gerade in der Biologie vonstatten geht und der verdeutlicht, dass Pflanzen, Tiere und Menschen in koevolutionäre Prozesse eingebunden und in vielerlei Abhängigkeiten miteinander verbunden sind.

 Koechlin_Pflanzenpalaver

Lenos Pocket 126

XVI, 237 Seiten, broschiert
mit 23 Schwarzweissabbildungen und 21 Farbtafeln
€ 15.90, sFr. 22.50
ISBN 978 3 85787 726 1

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will“  – das hat bereits Albert Schweitzer gesagt.