Wenn an einem Sonne versprechenden, frühen Sonntagmorgen die Obersülzer Kirche noch sehr still ruht, dann machen sich – wie in jedem Jahr – über 30 Vogelliebhaber aus aller Herren Pfälzer Orte – wie Dirmstein, Gerolsheim, Laumersheim, Grünstadt, Eisenberg, Obersülzen, Worms (Pfalz?) – auf den Weg, um an der traditionellen Vogelwanderung unserer Naturschutzgruppe Bach und Baum Obersülzen teilzunehmen.
Vorschriftsmäßig ausgerüstet mit Papier und Bleistift und rüstigem Schuhwerk
erwartet sie
nach der Begrüßung durch Bernd Haas von BuB
Werner Kutz, begeisternder Ornithologe aus Worms,
der die Gruppe – bei andächtigem Schweigen – zunächst einmal auf das vielfältige Vogelkonzert einstimmt, das in dieser frühen Stunde zu hören ist.
Vom dunklen Gurren der Türkentaube, dem Krächzen der Dohlen bis zum lauten Schlagen der Nachtigallen tönt um uns herum die Vogelwelt.
Beim Gang durch den Heinze´schen “Urwald” versammelt Werner Kutz seine Gemeinde immer wieder zum andächtigen Lauschen, um danach – gleichsam wie ein Obersülzer Moses – aus seinen ornithologischen Gesetzestafeln Interessantes aus der Vogelwelt zu verkünden.
Dabei beschränkt er sich nicht auf die Vogelfauna; immer wieder weist er – im Wechselspiel mit Ulrich Heinze – auf seltene Pflanzen hin.
Er scheut sich auch nicht, seiner Rolle als fürsorglicher Vogelwanderführer in besonderer Weise gerecht zu werden.
Aus einem großen Klettenblatt kreiert er auf einfache Weise einen Sonnen- und Regenschutz,
dem ein gewisser modischer Pfiff nicht abgesprochen werden kann.
Nebenbei erschließt sich auch, aus was sich der Begriff “Klettverschluss” ableiten lässt.
Nach zwei Stunden sind die Dohlen am Kirchturm auch so munter, dass sie sich uns in voller Zahl präsentieren können.
Auch das Turmfalkenweibchen wärmt sich auf dem Turmkreuz.
Alles kirchenmoralische Regelwerk zum Tage des Herrn ( und überhaupt! ) ignorierend , gibt uns der männliche Turmfalke eine Vorstellung davon, dass auch in Vogelkreisen eine gewisse Lockerung der guten alten Sitten um sich gegriffen hat.
Sekunden später scheint die Welt des Turmfalkenweibchens wieder in Ordnung zu sein.
Nach der Beendigung unserer naturkirchlichen Pflichten geht es an den blühenden Kastanien vorbei
zum abschließenden Frühstück im Dorfgemeinschaftshaus.
Bilder: H. Wünnenberg











































